Auf die Ohren, fertig, los!

Topmoderne Kopfhörer können mehr als nur Musik

Frankfurt/Berlin. So ging Kopfhörer früher: ein Bügel aus Blech oder Plastik, zwei Schaumstoff-Puschel an den Enden, fertig. Der Sound maximal mittelmäßig, das ganze Ding ziemlich uncool, eher was für Leute mit Angst vor Nachbars Schimpfe: „Musik leiser, verdammt!“

Wie die Zeiten sich ändern. Kopfhörer sind heute mega-in. 50 Millionen Deutsche, das belegen Umfragen, nutzen sie. „Elf Millionen Stück wurden im vergangenen Jahr verkauft, mehr als doppelt so viele wie noch 2004“, meldet Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GfU) in Frankfurt.

Und die Teile können längst mehr, als „bloß“ Musik wiedergeben. So staunten unlängst Audiofreaks aus aller Welt über einen Geniestreich der Münchner Tech-Schmiede Bragi. Auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas präsentierten die Bayern „The Dash“, einen Kopfhörer wie aus einem Science-Fiction-Streifen.

Das Ding, kaum größer als eine Fingerkuppe, liefert nicht nur höchst brillanten Sound – ohne Kabel, versteht sich. Integrierte Sensoren messen auch den Herzschlag, die Körpertemperatur und das Tempo seines Trägers beim Joggen.

Dass „The Dash“ ganz nebenbei auch das „Noisecancelling“ beherrscht, das selektive Ein- und Ausblenden von Umweltgeräuschen – geschenkt!

Aber es ist beileibe nicht nur die Technik, die fasziniert, weiß Timm Hoffmann vom Hightech-Verband Bitkom in Berlin: „Die Nutzer achten bei Kopfhörern verstärkt auf Design, Qualität und Kombinationen von Funktionen.“ Und: „Kopfhörer sind immer mehr auch Ausdruck eines Lebensgefühls.“

Heißt übersetzt: Ob für Musikbeschallung beim Sport oder audiophilen High-End-Genuss auf der Couch, für jeden Einsatz wartet ein spezieller Kopfhörer auf Käufer. In allen erdenklichen Formen, vom Ohrstöpsel bis zum voluminösen Luxus-Hörer, der farblich auf das Cover des Handys abgestimmt ist. Ebenso wie die Palette der Anwendungen und des Designs variieren auch die Preise: Je nach Geldbeutel und Interesse kann man für das Gerät zwischen 7 und 1.500 Euro ausgeben. „Kopfhörer“, bekräftigt Roland Stehle von der GfU, „sind längst zum absoluten Lifestyle-Produkt avanciert.“

Und das, wen wundert’s, besonders bei der „Generation Smartphone“. Also den Menschen zwischen 14 und 29 Jahren. Die gehen laut Umfragen nur selten ohne Beschallung aus dem Haus: 93 Prozent Nutzerquote!


Mehr zum Thema:

Darf man Kopfhörer beim Fahrrad- und Autofahren tragen? Hat man Schuld, wenn es beim Musikhören zu einem Unfall kommt? Und wie laut dürfen Kopfhörer in Bus und Bahn aufgedreht werden? Hier lesen Sie die Antworten.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang