Arbeitsalltag

Tipps gegen Stress am Arbeitsplatz


Jeder Vierte fühlt sich betroffen. Was ist zu tun? Ratschläge von Experten

Dresden. Schaffen Sie das Arbeitspensum nicht, das Ihnen aufgebrummt wurde? Haben Sie Ärger mit Ihrem Vorgesetzten? Oder wissen Sie gar nicht, warum Sie das machen, was Sie da gerade tun?

Dann haben Sie Stress. Und damit geht es Ihnen, wie fast jedem vierten Arbeitnehmer in Deutschland. So lautet jedenfalls das Ergebnis der neuen Studie des weltweit führenden Personaldienstleisters Kelly Services. 19.000 Mitarbeiter in zwölf europäischen Ländern wurden befragt.

Im Europa-Vergleich liegen deutsche Arbeitnehmer bei der Stress-Belastung knapp über dem Durchschnitt. Noch mehr genervt sind Schweden und Norweger.

„Arbeitnehmer sollten  am Arbeitsplatz rechtzeitig darüber reden, wenn Stress das Arbeitsergebnis trübt“, sagt Dirk Windemuth vom Institut Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Dresden. „Viele haben aber immer noch Hemmungen, ihre Probleme zuzugeben.“

Produktivität kann sinken

Stress am Arbeitsplatz wird oft unterschätzt. „Aber er kann erheblichen Schaden verursachen“, weiß Michael Kirsten, Kelly-Marketing-Koordinator. „Natürlich ist ein gewisses Maß an Stress unvermeidbar und sogar förderlich, wenn Mitarbeiter durch ihn härter und effizienter arbeiten. Dagegen wirkt sich starker und anhaltender Druck auf die Produktivität der Mitarbeiter aus und kann zu Erkrankungen führen.“

 

Was also ist zu tun?

Echt gestresste Mitarbeiter sollten das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten suchen. „Wenn es mit ihm aber auch Stress gibt, ist der Betriebsarzt der richtige Ansprechpartner“, sagt Windemuth, „man sollte gemeinsam nach Lösungen oder einer Therapie suchen.“

Keine Faulheit, sondern ein Problem

Im Gespräch mit dem Vorgesetzten sollten Sie offen und ehrlich den Druck schildern, dem Sie sich ausgesetzt fühlen. Windemuth: „Das hilft, um beispielsweise schlechte Leistungen zu erklären. Dann weiß der Chef, dass es keine Faulheit ist, sondern dass ein ernst zu nehmendes Problem dahintersteckt.“

Nennen Sie konkrete Situationen und Aufgaben im Job, die Sie auf Dauer belasten und überfordern. Sprechen Sie alle von Ihnen empfundenen Mängel, bis hin zu fehlenden Informationen oder unklaren Zuständigkeiten an. Dann kann auch der Chef überlegen, was er ändern sollte, damit Ihre Arbeitsleistung wieder ins Lot kommt.

Auch ein Gespräch im Kollegenkreis ist oft nützlich. Vielleicht hilft es ja schon, wenn die Arbeit innerhalb der Abteilung anders verteilt wird.

Es gibt aber auch ein paar ganz  einfache Tipps, wie Sie Ihren Stress am Arbeitsplatz senken können.

Üben Sie das „Nein!“ sagen. Sie müssen nicht immer und überall allen Erwartungen gerecht werden.

Es muss nicht immer alles sofort erledigt werden. Immer der Reihe nach. Dafür gründlich und sauber.

Planen Sie Ihren Tagesablauf. Denken Sie an Pausen.

„Nobody is perfect.“ Stellen Sie nicht zu hohe Ansprüche an sich selbst.

Vermeiden Sie negatives Denken, nehmen Sie sich kleinere Ziele vor.

Ändern Sie Ihre Gewohnheiten. Beispiel: Ordnen Sie Ihren Schreibtisch neu.

Wer im Büro über Stunden am PC sitzt, sollte alle zwei Stunden für fünf Minuten ans Fenster gehen und einen Punkt in weiter Entfernung mit den Augen fixieren.

Giesbert Wiegel

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