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Autofahren optimal lernen

Tipps für die Suche nach der passenden Fahrschule

Die richtige Fahrschule zu finden, ist gar nicht so einfach. Schließlich sollte nicht nur der Preis entscheiden, sondern auch andere persönliche Faktoren. Worauf man alles achten sollte, lesen Sie hier.

Foto: Adobe Stock

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Berlin. Der Führerschein gehört für die meisten zum Erwachsenwerden einfach dazu. Schließlich ist die „Fahrerlaubnis“, wie es im Behördendeutsch heißt, kein reines Privatvergnügen, sondern wird auch in vielen Berufen erwartet, beispielsweise im Vertrieb oder bei Servicetechnikern.

Nach Angaben der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände gibt es rund 10.000 Fahrschulen in Deutschland mit insgesamt etwa 15.000 Filialen. Die Auswahl ist also groß. Auch wenn eine Fahrschule natürlich gut erreichbar sein sollte, muss sich niemand mit dem erstbesten Anbieter „um die Ecke“ zufriedengeben.

Auf keine Festpreise einlassen

Ein wesentliches Auswahlkriterium ist selbstverständlich der Preis, denn in der Regel muss man die Ausbildung privat bezahlen. Ein Kfz-Führerschein kostet heutzutage häufig mehr als 2.000 Euro. Die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Fahrschulen sind nach Angaben des ADAC groß. Weil jede Fahrschule ihre Preise selbst festlegen kann, lohnt sich ein Vergleich.

„Die Fahrschule darf keine Festpreise für die gesamte Ausbildung nennen. Dies ist nicht nur unseriös, sondern sogar verboten“, sagt Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Schließlich kann selbst der beste Lehrer nicht vorher wissen, wie schnell der Schüler lernt.

Man sollte sich aber nicht nur nach dem Preis der einzelnen Fahrstunden erkundigen, sondern detailliert nachfragen, welche weiteren Kosten auf einen zukommen, beispielsweise für die Verwaltung und den Theorieunterricht oder die theoretische und die praktische Prüfung. Klar, dass seriöse Fahrschulen einen schriftlichen Vertrag machen, in dem alle Konditionen festgehalten sind.

Fahrschule auch vor Ort checken

Der Vertrag ist das eine, doch wie läuft die Ausbildung in der Praxis? Um dies herauszufinden, kann man bei Bekannten und Freunden nachfragen, welche Erfahrungen sie mit den infrage kommenden Anbietern gemacht haben.

Trotzdem sollte man die Fahrschule auf jeden Fall auch persönlich in Augenschein nehmen. Worauf man dabei achten sollte, verrät eine ausführliche Checkliste der Fahrlehrerverbände. Die gibt’s als kostenlosen PDF-Download unter: fahrlehrerverbaende.de

Beispielsweise sollte die Fahrschule für den Theorieunterricht modern ausgestattet sein, viele Schulen bieten auch eine kostenlose Probestunde an. Vorgeschrieben ist ein Ausbildungsplan – sowohl für den theoretischen als auch für den praktischen Teil. Sinnvoll sind außerdem Zwischentests, mit denen man den aktuellen Lernstand überprüfen kann. Die eigentlichen Fahrstunden sollten mit einer kurzen Erläuterung der Lernziele beginnen und mit einem Feedback über das Erreichte enden.

Persönliches Gespräch mit dem Fahrlehrer empfehlenswert

„Zentral für den Erfolg der Fahrausbildung und damit für die Auswahl der Fahrschule ist es, dass die Chemie zwischen Lehrer und Schüler stimmt“, so von Bressensdorf. Hier kann man sich ganz und gar auf sein Bauchgefühl verlassen, denn bei einem Lehrer der einem total unsympathisch ist, kann man nicht vernünftig lernen.

Deshalb empfiehlt von Bressensdorf, vor der Unterschrift unter den Vertrag unbedingt ein persönliches Gespräch mit dem Fahrlehrer zu führen, der die Ausbildung hinterher auch tatsächlich durchführt. „Bei größeren Schulen mit mehreren Lehrern sollte man genau nachfragen, ob die Ausbildung von unterschiedlichen Personen durchgeführt wird oder ob es immer dieselbe ist“, rät der Experte.

In diesem persönlichen Gespräch sollte man auch abklären, ob die Möglichkeiten der Fahrschule zur individuellen Lebenssituation des Interessenten passen. „Wichtig ist, an welchen Wochentagen die Theorie stattfindet, denn dies muss ja mit den privaten Terminen des Fahrschülers vereinbar sein“, sagt von Bressensdorf.

Zeitlich realistisch planen

Man sollte außerdem besprechen, ob der Führerschein in dem vorgesehenen Zeitraum realistisch zu schaffen ist. Insgesamt sollte man für die gesamte Ausbildung rund acht bis zwölf Wochen kalkulieren, mit etwa zwei bis drei Terminen pro Woche. „Wenn zu große Pausen zwischen den einzelnen Fahrstunden liegen, braucht man deutlich mehr Stunden, bis man genügend Sicherheit am Steuer entwickelt, und damit wird natürlich auch der Führerschein insgesamt teurer“, erklärt der Experte. Deshalb rät von Bressensdorf, das Projekt Führerschein grundsätzlich nur in einer ruhigen Phase anzugehen und nicht in Stresszeiten, wie kurz vor der Abiturprüfung oder wenn im Job gerade die Hütte brennt.

Vorsicht auch, wenn man den Führerschein unbedingt kurzfristig bis zu einem bestimmten Termin haben will, beispielsweise bis zum Start in einen neuen Job. „Dann sollte geklärt werden ob das überhaupt zu schaffen ist“, rät der Experte. Er empfiehlt, die Fahrprüfung mindestens zwei bis drei Wochen vor den angepeilten Termin zu legen, damit gegebenenfalls noch Zeit für eine Wiederholung ist.

Probleme offen ansprechen

Und was, wenn es wider Erwarten Probleme bei der Ausbildung gibt? „Grundsätzlich sollte man Schwierigkeiten offen ansprechen“, rät von Bressensdorf. Kommt man mit dem Fahrlehrer doch nicht so recht klar, sollte man nachfragen, ob man bei einem anderen Lehrer der Schule weitermachen kann. Geht gar nichts mehr, kann man auch jederzeit kündigen und die Fahrschule wechseln. „Die Fahrschule muss bestätigen, was der Schüler bereits gelernt hat“, sagt von Bressensdorf.

Allerdings sollte man sich diesen Schritt gut überlegen, denn dadurch entstehen in der Regel Zusatzkosten, die den Führerschein noch teurer machen. In der Praxis kommt ein Schulwechsel nach den Erfahrungen von Bressensdorfs aber auch nur sehr selten vor. „Grundsätzlich muss sich natürlich der Lehrer auf den Schüler einstellen und nicht umgekehrt, und die allermeisten Fahrlehrer schaffen das auch“, so seine Erfahrung.


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Schlagwörter: Auto Verkehr

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