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Zur Fußball-WM wieder gefragt

Tipp-Kick: Das Kult-Spiel aus dem Schwarzwald trotzt der Playstation

Dieses Tischfußballspiel gibt’s schon seit 1924. Und es passt voll in den Retro-Trend: Mehr als 500 Tipp-Kicker spielen bundesweit sogar in Vereinen. Lesen Sie hier mehr darüber – und wer das Spiel produziert.

Wann fällt das Tor? Mit dem Tipp-Kick-Spiel kommt die WM 2018 ins Wohnzimmer. Foto: Werk

Wann fällt das Tor? Mit dem Tipp-Kick-Spiel kommt die WM 2018 ins Wohnzimmer. Foto: Werk

Profis: Mehr als 500 Tipp-Kicker spielen in Vereinen. Jonathan Weber ist einer davon. Foto: Privat

Profis: Mehr als 500 Tipp-Kicker spielen in Vereinen. Jonathan Weber ist einer davon. Foto: Privat

Villingen-Schwenningen. Harter Schuss oder leichter Heber, Bananenflanke oder Kurvenball: Der Spieler muss entscheiden, mit welcher Technik er den Ball ins Tor kickt. Beim Tipp-Kick ist es wie im richtigen Fußball. Fast, denn bei dem Tischspiel ist der Ball eckig – und er muss ins Eckige.

Dabei reicht es nicht, nur aufs Knöpfchen zu drücken, damit das Männchen den Fuß hebt. Passionierte Spieler, wie Jonathan Weber, kennen die Kniffe: „Man kann dem zwölfeckigen Ball eine geplante Rotation verpassen“, erklärt der 23-jährige Student. Weber muss es wissen, er spielt seit seinem sechsten Lebensjahr und kickt mit seinem Verein PWR ’78 Wasseralfingen in der zweiten Bundesliga des Deutschen Tipp-Kick-Verbands. Tipp-Kicker sind eine eingeschworene Gemeinschaft. 50 Vereine sind bundesweit im Verband organisiert, sie trainieren regelmäßig und nehmen an Liga- und Pokalspielen teil.

Die Figuren werden noch heute aus Metall gegossen und bemalt

Auch in Zeiten von Playstation Fifa behält das Kultspiel seinen Reiz: „Zur kommenden Fußball-WM bauen viele Familien ihr Spielfeld und ihre Figuren wieder auf. In den TV-Pausen wird dann gekickt, das hat Tradition“, sagt Mathias Mieg. Mit seinem Cousin zusammen führt er die kleinste Spielwarenfirma Deutschlands in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald). Seit 1924 wird hier das Tischfußballspiel mit den beweglichen Männchen hergestellt.

Dass es sich bis heute kaum verändert hat, passt zum aktuellen Retro-Trend. Die harten Jungs werden seit jeher aus Metall gegossen, montiert und zum großen Teil noch von Hand bemalt. Das Spielprinzip ist einfach: Jeweils ein Spieler und ein Torwart stehen sich gegenüber. „Man ist Stürmer, Verteidiger, Torwart und Mannschaftsarzt“, so beschreibt Profi-Spieler Weber die Faszination. Nervenstärke, Ballgefühl und Spielintelligenz seien hier ebenso gefragt wie bei einem richtigen Kick. Eine Halbzeit dauert fünf Minuten. Höchste Konzentration ist angesagt.

Im WM-Jahr 2018 soll der Absatz auf 60.000 Spiele steigen

Der eckige Ball ist zweifarbig, und die Farbe, die oben liegt, bestimmt, welcher Spieler schießen darf. Ob Schwarz oder Weiß ist dabei kein Zufall, sondern abhängig von der Raffinesse des Spielers und dem Schliff des Schussbeins. „Die Füße der Figuren werden unterschiedlich gefeilt“, so Weber. Ein eingebauter Metallstift beeinflusst die Schusshöhe. Nur zwei bis drei Spezialisten gebe es in Deutschland für dieses „Tuning“.

Im WM-Jahr 2018 soll der Absatz auf rund 60.000 Spielsets steigen, so hofft Mieg. Zurzeit lässt er alle schon bekannten WM-Trikots auf die Figuren malen. Um Nachwuchs ist es dem Spielwaren-Hersteller Mieg nicht bange. „Seit der WM 2006 in Deutschland spielen auch die Mädchen mit.“


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