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Klein, aber oho

Tiny Houses bieten viel Komfort auf wenig Raum – und werden immer beliebter

Wohnen auf nur 10 oder 20 Quadratmetern – und das dauerhaft. Leben in Mini-Häusern ist in den USA schon lange üblich. Doch nun ist der Trend auch nach Deutschland hinübergeschwappt.

Mobil: Diekmann-Häuser lassen sich ziehen. Foto: Diekmann

Mobil: Diekmann-Häuser lassen sich ziehen. Foto: Diekmann

Kleiner Wohntraum: Innen fehlt es an Platz – aber nicht an Gemütlichkeit. Foto: Diekmann

Kleiner Wohntraum: Innen fehlt es an Platz – aber nicht an Gemütlichkeit. Foto: Diekmann

Komfort: Das teuerste Hantschel-Modell bietet auch eine große Panoramascheibe. Foto: Hantschel

Komfort: Das teuerste Hantschel-Modell bietet auch eine große Panoramascheibe. Foto: Hantschel

Effizient: Im Mini-Haus wird jeder Quadratmeter sinnvoll genutzt. Foto: Hantschel

Effizient: Im Mini-Haus wird jeder Quadratmeter sinnvoll genutzt. Foto: Hantschel

Hamm/Saalfeld. Zimmer, Küchenzeile, Bad: Für ein paar Urlaubswochen ist das für viele Camper eine wunderbare Sache. Aber taugt ein solch minimalistisches Wohnkonzept auch fürs ganze Jahr?

Aktuell finden in Deutschland Mini- Häuser oder „Tiny Houses“, wie sie in ihrem Ursprungsland USA heißen, immer mehr Anhänger. Kürzlich bot sogar ein Kaffeeröster kleine mobile Eigenheime auf Rädern an: 10 bis 16 Quadratmeter für 40.000 bis 60.000 Euro.

„Die Aktion von Tchibo belegt, dass das Tiny House in der Gesellschaft angekommen ist“, sagt Stefan Diekmann. Er ist Geschäftsführer der 35-Mann-Schreinerei Heinz Diekmann aus Hamm in Westfalen. Seit zwei Jahren baut man dort kleine Eigenheime.

Mittlerweile kann bei Diekmann an acht Bauplätzen gleichzeitig gearbeitet werden. Im kommenden Jahr will die Firma bereits mehr als 100 Kleinsthäuser verkaufen. „Damit würden wir dann unser traditionelles Hauptgeschäft überholen“, sagt der Geschäftsführer.

Luxuriöse Bäder, hochwertige Böden

Steigende Mieten und Immobilienpreise machen Leben auf engem Raum attraktiver – zumal niemand auf Komfort verzichten muss. Moderne Haus- und Unterhaltungstechnik, luxuriöse Bäder, hochwertige Fußböden: Sonderwünschen sind keine Grenzen gesetzt, genauso wie den Anschaffungskosten.

Auch die Tischlerei Hantschel in Saalfeld (Thüringen) ist einer der vielen kleinen Anbieter auf dem jungen Markt. Das Modulhaus „Flexhome“ kostet in der günstigsten Variante 19.000 Euro. „Wir realisieren auch Extras und individuelle Wünsche, wie beim Autokauf“, sagt Marketing-Frau Kristin Hantschel.

Dafür zahlen Käufer bis zu 78.000 Euro, bekommen dann aber auch einen Fingerabdruck-Sensor zum Türöffnen, Panoramascheiben und weitere Raffinessen. Mit einem Tieflader kann man den sieben Meter langen und drei Meter hohen und breiten Holz-Quader transportieren. Bei Bedarf lassen sich mehrere an- und übereinanderbauen.

Mobile Mini-Häuser gelten rechtlich als Wohnwagen

Vor dem Kauf von Mini-Häusern gibt es allerdings einiges zu bedenken. Ein kleines Eigenheim auf Rädern etwa gilt rechtlich als Wohnwagen. Einen dauerhaften Stellplatz, der zugleich Meldeadresse ist, findet man nur schwierig. Ohne Räder gelten dagegen die gleichen Vorschriften wie für große Häuser. Der Anschluss an Wasser, Abwasser und Strom etwa ist Pflicht, Versicherungen sind ratsam.

Doch neben Fakten gibt es eben auch Emotionen. „Viele Kunden, vor allem Frauen, haben zu ihrem Tiny House fast schon eine innige Beziehung“, berichtet Diekmann. Es soll perfekt auf sie zugeschnitten sein, beim Bau seien sie am liebsten dabei. „Da geht es um einen Lebenstraum.“


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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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