Navi, Lichthupe & Co. für den Drahtesel

Teures Fahrrad-Zubehör liegt voll im Trend


München. Wenn es dunkel und kurvig wird, geht der Griff meist zum Fernlicht. Und was im Auto auf der Landstraße so glänzend funktioniert, klappt in Zukunft auch auf dem Radweg.

Moderne Fahrradlampen können heute mehr als bloß leuchten – sie haben etwa ein Fern- und Flutlicht, das bequem vom Lenker zu bedienen ist. Und über einen USB-Anschluss versorgen sie sogar die Bordtechnik mit Strom: Navi, Handy oder MP3-Player.

Die Deutschen investieren derzeit kräftig in ihre Räder. Laut den aktuellsten Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) orderte der Fahrradhandel bei den Herstellern im ersten Halbjahr 2012 Waren im Wert von mehr als 850 Millionen Euro – ein Plus von rund 10 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Integrierte Batterie versorgt auch Handy und MP3-Player

„Die Leute sind heute zunehmend bereit, mehr Geld für ihr Fahrrad auszugeben“, erklärt ZIV-Sprecher Stephan Schreyer. Den Produzenten spielt der Run auf teure Fahrräder mit Elektromotor („E-Bikes“) in die Hände. Außerdem greifen die Kunden vermehrt zu kostspieligem Zubehör.

„Navigationsgeräte boomen derzeit“, sagt Schreyer. „Manche leisten sich aber auch einen guten Ledersattel oder eine hochwertige Lichtanlage.“

Gerade in Städten, wo das eigene Auto an Bedeutung verliere, werde ein individuelles, hippes und vor allem alltagstaugliches Stadt-Bike immer beliebter. So gibt’s am und auf dem Rad heute fast alles: Blinker, Blumenvasen, Auspuff-Attrappen oder LED-Lichter in den Speichen, die sogar Bilder und Sprüche anzeigen.

Wer besonders ökologisch daherkommen will, kann mittlerweile ­sogar zum Untersatz aus gehärtetem Bambus greifen. Und auch der sicherheitsbewusste Radler hat mit Blick auf seine tadellose Frisur inzwischen eine Alternative zum Helm: „Hövding“, einen 400 Euro teuren Fahrrad-Airbag aus Schweden, der wie ein Schal um dem Hals liegt.

„Hochwertige Ausrüstung ist schwer angesagt“, berichtet auch Sebastian Göttling. Er arbeitet im Marketing der Firma Busch & Müller, einem führenden Fahrradlicht-Hersteller aus dem westfälischen Meinerzhagen.

Dessen neuer LED-Scheinwerfer (Preis: rund 180 Euro) hat eine Batterie, die über den Dynamo geladen wird. Sie stabilisiert – quasi als Puffer – die sonst ungleichmäßige Stromversorgung für viele Endgeräte, die über USB-Schnittstellen verbunden werden können. Außerdem hat die Strom-Reserve genügend Saft, um das eingebaute Flutlicht rund acht Minuten zu betreiben.

Die gute alte Lampe – sie reicht nicht mehr jedem. „Die Biker von heute wollen ausgefallene Sachen, die was können“, sagt Göttling, „und die dürfen dann auch ruhig was kosten.“

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