Der Letzte Wille ist schnell notiert

Testament machen! Ein Experte erklärt, worauf man dabei achten muss

Wer nennenswertes Hab und Gut zu hinterlassen hat, sollte beizeiten seinen Letzten Willen formulieren. Ein Experte gibt Tipps in Sachen Testament – und erklärt, warum Tastatur und Drucker dabei tabu sind.

Getipptes gilt nicht: Der Letzte Wille muss per Hand geschrieben werden. Foto: dpa

Getipptes gilt nicht: Der Letzte Wille muss per Hand geschrieben werden. Foto: dpa

Angelbachtal. Wer dem Sport- oder Tierschutzverein was vererben will, weicht vom gesetzlichen Normalfall ab. Das tut auch, wer vorgeben möchte, dass die Kinder erst nach dem Tod beider Eltern erben. „In solchen Fällen muss man ein Testament aufsetzen“, sagt Jan Bittler, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge. Klingt komplizierter, als es ist – man benötigt nur Papier und einen Stift.

Das aber zwingend! Ein Testament muss handschriftlich geschrieben sein, das gibt das Gesetz auch im digitalen Zeitalter vor. Und natürlich muss es unterschrieben werden. Außerdem ist eine Überschrift nötig, die klarmacht, worum es geht – „Testament“ oder „Letzter Wille“ genügen. Auch der Ort, an dem man schreibt, und das Datum werden notiert.

Alternativ kann man bei einem Notar ein Testament aufsetzen lassen, das man dann nur noch unterschreiben muss. In so einem Fall spricht man vom „notariellen Testament“.

Stets gilt: Will man einen speziellen Gegenstand einer bestimmten Person hinterlassen, fügt man das in den Text als „Vermächtnis“ ein. Beispielsweise, wenn die Enkelin das Kaffeeservice bekommen soll oder der Neffe das Auto. Dann schreibt man etwa: „Meiner Enkeltochter vermache ich …“ Die Erben müssen diesen Gegenstand dann herausgeben, so Bittler. Der „Vermächtnisnehmer“ hat keinerlei Pflichten, er muss sich also nicht wie die Erben um die Aufteilung des Nachlasses kümmern, und er haftet auch nicht für Schulden.

Wer seine Meinung ändert, kann das Dokument einfach vernichten

Wer seine Meinung im Lauf der Zeit ändert, kann das Papier einfach zerreißen und ein neues Testament schreiben. Von Änderungen im Text rät Bittler ab: „Bei Streichungen und Einfügungen weiß man am Ende nicht, wer sie vorgenommen hat“, warnt er.

Ist das Testament verfasst, übergibt man es einer vertrauenswürdigen Person, zum Beispiel dem Alleinerben. Es irgendwo zu verstecken, ist nicht ratsam. Auch nicht, es jemandem zu geben, der durch den Letzten Willen schlechter gestellt wird: „Derjenige könnte es ja lesen – und verschwinden lassen“, erklärt Bittler.

Wer alles an den Ehepartner und die Kinder vererben will, muss nichts tun – sie erben laut Gesetz sowieso. Nur per Testament können Eheleute vorgeben, dass ihre Kinder erst erben, wenn beide Eltern tot sind. Das hat Vor-, aber auch Nachteile, die wir jetzt online erklären.


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Ein Testament macht man am besten, so lange man noch schreiben kann – logo. Immerhin: Wenn es am Ende eng wird, darf man den Letzten Willen notfalls auch mündlich bekunden. Die Vorschriften dafür sind aber extrem streng.

Setzen sich Paare gegenseitig als Alleinerbe ein, haben sie dafür oft gute Gründe: Sie wollen den Partner absichern. Doch die Entscheidung sollte nie ohne Anwalt getroffen werden – denn das Berliner Testament birgt auch einige Tücken.

Schätzungen zufolge machen die meisten Zeitgenossen kein Testament – im Todesfall treten dann einfach Regeln aus Kaisers Zeiten in Kraft. Das kann oft zu Problemen führen, nicht zuletzt bei kinderlosen Ehepaaren.

aktualisiert am 28.06.2016

Omas Häuschen erbt man in den meisten Fällen steuerfrei. Dafür müssen aber manchmal bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Wir haben einen Rechtsexperten gefragt, worauf Erben achten müssen.

Dafür, dass der Letzte Wille später tatsächlich befolgt wird, kann ein Testamentsvollstrecker sorgen. Im Gespräch mit AKTIV erklärt ein Experte, wen man zum Vollstrecker ernennen kann und worauf man dabei achten sollte.

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