Roboter-Fußball

Terminator als Torjäger


Spätestens 2050 sollen kickende Roboter den menschlichen Weltmeister schlagen können

Hannover. Den muss er  machen: Das Tor ist leer, und der Ball kommt gut. Er setzt zum Schuss an, doch dann, ja dann kippt er einfach um, der Roboter, und die Menschen am Spielfeldrand lachen sich schlapp. Robo-Kicker „Bruno“ lässt das kalt. So als würde er „denken“: „Lacht nur, ihr Menschlein. In ein paar Jahren spiele ich euch alle an die Wand!“

Genau das nämlich ist das Ziel der Wissenschaftler: Spätestens 2050 sollen die humanoiden Kickmaschinen so ausgereift sein, dass sie den menschlichen Fußball-Weltmeister schlagen können.

Spieler werden schneller und schlauer

„Ein ehrgeiziges Ziel, aber es ist nicht utopisch“, glaubt Ansgar Bredenfeld, Forscher beim Fraunhofer-Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme in Sankt Augustin bei Bonn.

Der Mann ist Experte, auf der Hannover Messe organisierte sein Institut unlängst den „RoboCup 2008“, ein Fußballturnier für Roboter. 80 Forscherteams aus 15 Ländern schickten da ihre Blech-Ballacks auf  Torejagd.

Und das Turnier bewies: Der Roboter-Fußball hat sich tatsächlich gemausert – vom  freakigen Zeitvertreib technikverliebter Tüftler zum Hightech-Wettstreit für Universitäten und Forschungsinstitute.

„Die Fortschritte sind rasant, von Jahr zu Jahr werden die Roboter schneller, intelligenter“, sagt Bredenfeld. War man vor zehn Jahren noch froh, wenn sich die Automaten auf dem Spielfeld überhaupt bewegten und ab und an den Ball fanden, beginnen die besten Teams mittlerweile sogar damit, als Mannschaft zusammenzuspielen.

Vor allem in der Königsklasse, der Middle-Size-League.  Mit bis zu vier Metern pro Sekunde jagen die   80 Zentimeter hohen Kicker auf Rädern hier dem Ball nach.

Klatsche gegen Holländer!

„Die Robos bewegen sich völlig autonom, erkennen mit ihrer Rundumkamera in Echtzeit  Spielsituationen und reagieren eigenständig darauf“, erklärt Sascha Lange, Kapitän des amtierenden Weltmeisters Brainstormers Tribot von der Uni Osnabrück.

Beim diesjährigen RoboCup war für Lange und seine Brainstormers schon im Halbfinale Schluss: 1:2 gegen das Team von „Tech United“ aus Eindhoven, den späteren Turniersieger. „Verloren gegen Holländer, das schmerzt“, grinst Lange.

Doch die Chance zur Revanche ist nah: Schon bei den Weltmeisterschaften im chinesischen Suzhou im Juli wird es ein Wiedersehen geben ...

www.robocup.org

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