Motivations-Tipps von Hans-Dieter Hermann

Täglich Top-Leistungen: Jogi Löws Psycho-Doc erklärt, wie das klappt

Sieht Parallelen zwischen der Fußball- und der Arbeitswelt: Hans-Dieter Hermann (links), hier mit Bundestrainer Jogi Löw. Foto: dpa

Köln. Der Mann weiß, wie Erfolg funktioniert: Professor Hans-Dieter Hermann, Sportpsychologe der Fußball-Nationalmannschaft. Seit 2004 macht er Jogis Jungs die Köpfe frei. Er ist überzeugt: „Dauerhaft Top-Leistung kann nur bringen, wer motiviert ist, die eigenen Ziele im Visier behält. Und Spaß an der Arbeit hat.“ Im Spitzensport genauso wie im normalen Berufsleben.

Denn Parallelen auf dem Weg zum Erfolg gibt es laut DFB-Doc viele.

Teamspirit

Ob auf dem Platz oder in der Werkhalle: Keiner gewinnt allein! „Deutschland ist auch deshalb Weltmeister geworden, weil die Spieler als Einheit aufgetreten sind“, betont Hermann. Jeder Einzelne, von der Nachwuchshoffnung bis zum Führungsspieler, habe sich bei der WM in Brasilien auch in persönlich schwierigeren Zeiten ohne zu murren eingebracht, „alle waren kommunikativ auf Augenhöhe“.

Motivation

„Funktioniert bei jedem anders“, sagt der Top-Psychologe. Während sich manche Spitzensportler vor dem Wettkampf selbst pushen, profitieren andere besonders durch Unterstützung von außen. Fatal aber sei, schon im Vorfeld schwieriger Herausforderungen den Kopf in den Sand zu stecken. „Wenn man sich einredet, dass heute leider kein guter Tag ist oder man gegen seinen Angstgegner nun mal einfach nicht gewinnen kann, dann wird es sehr schwierig.“

Ziele definieren

Wichtig sei auch, sich darüber klar zu werden, so Hermann, was man eigentlich erreichen will: Was der eine als große Chance ansieht, kann sich für den anderen als Bedrohung darstellen – weil er sich auf die Konsequenzen eines möglichen Scheiterns fokussiert. Wer also vor einer schwierigen Aufgabe steht, so wie Jogis Kicker vor dem WM-Finale, müsse darin möglichst eine willkommene Herausforderung sehen. „Die Situation ist, wie sie ist“, sagt Experte Hermann, „erst der Mensch kann etwas daraus machen.“ Zwar könne auch eine Bedrohung eine Zeit lang durchaus motivationssteigernd wirken. „Aber langfristig ist das nicht optimal für die Leistung.“

Spaß

„Freude am Tun ist wichtig“, betont der Sportpsychologe. Grundvoraussetzung für Spaß an der Arbeit seien dabei Erfolgserlebnisse. „Menschen fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz wohler, wenn sie merken, dass sie Fortschritte machen.“ Das gelte für Sportler wie für normale Arbeitnehmer.

Wille zur Veränderung

Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, ist gefährlich: „Man muss bereit sein, sich immer zu verbessern, wenn man in seinem Bereich oben mitspielen will.“ Das ist anstrengend. Aber für den DFB-Psychologen ist es die Bedingung dafür, dass man konstant Top-Leistungen bringen kann. Hermann: „Auch wenn man denkt, vor Jahren war es leichter: Der gefühlte Stress von heute ist die gute alte Zeit von morgen!“


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