Autokauf

Tacho-Alarm!

Keine verlässliche Anzeige: Der Kilometerzähler zeigt oft nicht die tatsächliche Laufleistung an. Foto: dapd/Montage

Kilometerstand in jedem dritten Gebrauchtwagen gefälscht

München. Wer ein Auto mit manipulierter Kilometeranzeige kauft, zahlt im Durchschnitt 3 000 Euro zu viel. Das hat die Polizei in München ermittelt. Und in jedem dritten Gebrauchtwagen ist der Kilometerstand gefälscht.

Mit einer Info-Kampagne warnt der ADAC jetzt vor den Tacho-Betrügern. Der Automobilclub schätzt den Schaden durch Fälscher auf 6 Milliarden Euro im Jahr.
„Tacho-Manipulation ist kinderleicht“, sagt Arnuf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum. Die Trickser zapfen über die Buchse für die Onboard-Diagnose das Bordnetz an. Über ein simples Computerprogramm stellen sie den gewünschten Kilometerstand ein. „Sogar Laien finden die Buchse und können das Programm bedienen“, so Thiemel. Werkstätten benutzen den Steckplatz in der Nähe des Lenkrads normalerweise, um Fehler in der Auto-Elektronik auszulesen.

Es drohen teure Folgeschäden

Diese Manipulationen, die im Internet als „Tacho-Justierung“ angeboten werden, sind streng verboten – als „Missbrauch von Wegstreckenzählern“ nach ­Paragraf 25 b im Strafgesetzbuch.

Betrüger schreckt das nicht. Bei einer Razzia unter Gebrauchtwagenhändlern fand Münchens Polizei heraus: Die meisten Fälscher stellen das Zählwerk um mindestens 30 000 Kilometer zurück. „Da wird es kritisch“, warnt ADAC-Experte Thiemel. Reißt etwa der Zahnriemen, weil ein ahnungsloser Autofahrer ihn nicht rechtzeitig wechseln ließ, kann der Motor ruiniert sein. Ein Austausch kostet schnell mal 10 000 Euro.

Das Problem: Im Auto hinterlassen die Tacho-Betrüger keine Spuren. Doch durch Hinweise in den Kfz-Unterlagen kann man ihnen auf die Schliche kommen.


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