Neuer Essens-Trend

Street Food: Wenn der Mittagssnack mit dem Truck in die Firma kommt

Oberhausen. Dieser Burger hat es in sich: feinstes Rinderhack aus der Bio-Metzgerei, frisch gebraten und auf Erdbeeren gebettet. „Zum Reinbeißen“, findet Julia Hentschel, medizinische Fußpflegerin aus Oberhausen. „Der schmeckt super.“

Kein Wunder. Joschka Glod vom „Snack ’n’ Roll“-Truck versteht was davon. Der 30-Jährige mit Vollbart und Arm-Tattoo ist gelernter Koch, hat in Hotels gearbeitet und sich 2014 mit dem Truck selbstständig gemacht. Seitdem fährt er mittags Bürobauten und Betriebe im Ruhrgebiet an und versorgt die Beschäftigten. Heute steht er auf einem Markt im rheinischen Oberhausen.

Ein neuer Essens-Trend erobert Deutschland: Street Food. Glod ist nur einer von vielen. 150 Trucks sind schon unterwegs, vor allem in Großstädten wie Hamburg, Nürnberg, München, Berlin. Ihre Besitzer bieten Mahl ganz anders – superzartes Rind in Tortilla-Taschen, exotisches Curry, Fleischküchle am Spieß, Quiche, Maiswaffel mit Minz-Joghurt, Erdnuss-Spinat, Chili con Carne mit Kakao.

Noch bunter ist das Angebot auf Street-Food-Märkten und -Festivals. Da wird gegart, gegrillt, gebraten und geräuchert, was das Zeug hält. Und Tausende pilgern hin.

Klasse statt Masse, ist die Devise. „Street Food ist schnelles, frisches, hausgemachtes Essen“, sagt Stevan Paul, Autor eines Kochbuchs zum Essen auf die Hand. „Es ist fantasievoll, hochwertig und verwendet Zutaten aus der Region, der Saison und oft aus Bio-Anbau. Und es ist genussorientiert.“

Für Glods Bio-Burger mit Erdbeeren legt der Genießer 7 Euro hin. Street Food ist etwas teurer als das übliche Fast Food, weiß Matthias Robert, Internist und Ernährungsberater aus Berlin. „Dafür ist es frisch, vielfältiger, qualitativ besser, bietet mehr Salat und weniger Kohlenhydrate – eine gute Sache.“ Von Frittiertem, Fettigem und Pommes rät der Mediziner ab.

Ohnehin hat die klassische Systemgastronomie zu kämpfen, nicht nur in Deutschland. In den USA muss McDonald’s erstmals mehr Filialen schließen, als neu eröffnet werden. Jetzt experimentiert die Burger-Kette mit Grünkohl und Spinat. In Deutschland sank ihr Umsatz in zwei Jahren von 3,25 auf 3 Milliarden Euro. Gleichzeitig schwappt der neue Trend aus den Garküchen Asiens und den Food Trucks Amerikas herüber.

Immer mehr junge Leute machen sich mit so einem bis zu 80.000 Euro teuren Lkw selbstständig. Ende des Jahres wird es 300 Essen-Mobile geben, prognostiziert Szene-Kenner Klaus P. Wünsch, der die Web-Seite foodtrucksdeutschland.de betreibt. Dort finden sich Infos über Trucks und von ihnen angefahrene Standorte sowie eine App für die Suche.


Probieren Sie mal:

Street Food ist frisch, vielfältig und delikat. Der neue Essens-Trend aus den Garküchen Asiens, Arabiens und Südamerikas erobert nun auch unsere Straßen. Doch kann man Street Food auch zu Hause nachkochen. Hier gibt’s fünf tolle Rezepte.

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