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Spielend zum Erfolg


Wie HandyGames vom Boom der Smartphones profitiert

Giebelstadt. Man kann als Wikinger Fässer und Schatztruhen stapeln – oder als Schäfer seine knuddeligen Vierbeiner durch die Luft schmeißen und mit einem Fingerstreich quer übers Handy-Display schubsen. „Manche Leute finden so was natürlich sinnlos“, sagt Udo Bausewein, kaufmännischer Leiter der Firma HandyGames in Giebelstadt nahe Würzburg. „Aber vielen machen solche Spiele eben Spaß.“

20 neue Mitarbeiter in diesem Jahr

Mit „Happy Vikings“ und „Clouds & Sheep“ hat sich das junge Unternehmen in der Branche einen Namen gemacht. Etwa 40 Mitarbeiter kümmern sich um Ideen, Entwicklung, Design, Programmierung sowie Musik und Geräusche solcher Spiele. Es sind mittlerweile Dutzende.

Das Geschäft könnte derzeit kaum besser laufen. „Wir werden 2012 rund 20 neue Leute einstellen“, kündigt Bausewein an. Das Unternehmen profitiert sehr stark vom Boom moderner Handys, sogenannter Smartphones.

Laut des Branchenverbands Bitkom gingen 2011 allein in Deutschland 11,8 Millionen der internetfähigen Telefone mit hochauflösendem Bildschirm über den Ladentisch. Und weltweit wurden im vergangenen Jahr sogar mehr als 300 Millionen Stück verkauft. Für 2012 rechnen Experten mit knapp einer halben Milliarde neuer Geräte.

Auf diesen elektronischen Alleskönnern ist auch die Grafik von Spielen beeindruckend gut. Zwar kaufen nur wenige Smartphone-Besitzer solche Anwendungen. Aber viele laden sich die Software kostenlos auf ihr Handy – und akzeptieren dafür wechselnde Werbebanner im Display, wenn sie spielen.

Dank dieser Reklame kassiert HandyGames für jede Minute, die jemand mit einem Programm der Firma daddelt. „Wir haben in unseren Spielen bis zu 300 Millionen Einblendungen im Monat“, sagt Bausewein. Anbieter wie Google platzieren die Werbung und überweisen dem Unternehmen einen Teil der Einnahmen. Diese Erlöse sorgen für 80 Prozent des Umsatzes von HandyGames.

Bald auch Einnahmen mit Werbespots

„In Zukunft werden Unternehmen auch verstärkt kurze Werbefilme einblenden“, schätzt Bausewein. Das bringt dann zwar Unterbrechungen mit sich. „Die Spieler werden sich nach einer Übergangszeit aber daran gewöhnen“, vermutet er. „Im Fernsehen sind Werbepausen ja auch längst akzeptiert.“

 

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