Wissenschaft

Sonne, Mond und Sterne …


… warum die neue Lust an der Astronomie gut ist

Parallel-Universen, Marsvulkane, Galaxienflucht – der Weltraum, ein grenzenlos spannendes Abenteuer. Vor 40 Jahren wirbelten auf dem Mond die ersten Menschen Staub auf, Riesenschüsseln horchen den Himmel nach außerirdischen Signalen ab.

Willkommen in den unendlichen Weiten der Astronomie – auf Mutter Erde: Wir feiern 2009 das „Internationale Jahr der Astronomie“. Sternwarten öffnen ihre Tü­ren, Veranstaltungen machen neugierig auf Sonne, Mond und Sterne. Und erinnern da­ran, dass vor exakt 400 Jahren ein Gelehrter namens Galileo Galilei erstmals ein Fernrohr auf Sterne und Planeten richtete – und sie so quasi vom Himmel holte.

Die neue Weltraum-Begeisterung hat die Kultusbehörden in Erfurt wohl dazu ermuntert, eine galaktische Entscheidung zu treffen: Ab dem kommenden Schuljahr soll über Thüringens Gymnasien  ein neuer Stern aufgehen – und Astronomie zum Pflichtfach werden.

Es ist kaum zu glauben: Ausgerechnet jetzt, wo wir auf Erden in der dicksten Wirtschaftskrise  seit  Jahren  stecken, schweifen wir ins Außerirdische ab. Doch was so abgehoben klingt, ist keineswegs eine Luftnummer.

Eine uralte Wissenschaft

Schon vor zwei Jahren haben 117 Professoren die bundes­weite Einführung des Pflichtfaches Astronomie gefordert, das es einst an allen Schulen im Osten der Republik gab. Eingeführt 1959 nach dem Erfolg des sowjetischen Sputnik-Satelliten. Um dann nach der Wiederverei­nigung wieder an den meis­ten ostdeutschen Schulen wie in einem schwarzen Loch zu verschwinden.

 

Eine versenkte Chance, denn: Wie kein anderer Forschungszweig bietet das Fach Tag für Tag neue Erkenntnisse. Und für Schülerhände greif­bare Ansätze: Hier ein neuer erdähnlicher Planet entdeckt, dort ein verglühender Sternenhaufen fotografiert. Die Astronomie gilt als eine der ältesten Wissenschaften, wie der Fund der 3.600 Jahre alten Himmelscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt) zeigt.

Deshalb lobt Karl-Heinz Lotze den Vorstoß in Thüringen: „Astronomie als eigenständiges Fach in den Lehrplan auf­zunehmen, ist völlig richtig“, meint der Professor für Di­daktik der Physik und Astronomie an der Universität Jena.

Astronomie sei viel mehr als nur die Lehre von den Himmelskörpern: „Sie hat sowohl eine starke Nähe zur Mathematik als auch zur Physik und Chemie“, sagt der Professor. Im Unterricht könnten die Schüler Te­leskop-Daten auswerten und so die Masse von schwarzen Löchern bestimmen. Außerdem würden sie die chemische Zusammensetzung der Himmelskörper kennenlernen. Das sei wichtig für die span­nende Frage nach dem Leben auf anderen Planeten.

Astronomie macht so ganz nebenbei neugierig auf die Fä­cher Mathe, In­formatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint). Die sind wichtig für viele Berufe in der Industrie. Egal ob Chemie­laborant, Werkzeugmechaniker oder Mechatroniker – ohne Mint läuft hier nichts. Und die Betriebe sind, Krise hin, Krise her, nach wie vor auf geeigneten Fachkräftenachwuchs  angewiesen.

Jetzt zündet es auch bei den ganz Kleinen: Die Trickserie „Cosmic Quantum Ray“ zeigt spaßig und spacig das unendliche Universum.

Wenn Robbie das Weltall rettet

In der Serie, die derzeit fast jeden Tag im Kinderkanal „KI.KA“ läuft, geht es um die spannenden Abenteuer von Robbie. Der ist eigentlich ein ganz normaler zwölfjähriger Schüler. Doch Robbie führt ein Doppelleben. Er gehört auch zum intergalaktischen „Team Quantum“, das regelmäßig das Weltall retten muss. Und mehr beiläufig  erklären die außerirdischen Freunde so Dinge wie schwarze Löcher und dunkle Materie.

Wilfried Hennes

 

Werden Sie zum Entdecker!

Die Highlights des  „Jahres der Astronomie“ 2009:

  • „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“ – Gaso­meter Oberhausen, ab 2. April.
  • Am 4. April öffnen Hunderte von Volkssternwarten  ihre Türen.
  • Am 7. Mai startet die Show „Augen im All – Vorstoß ins unsichtbare Universum“. Mehr als 20 Planetarien machen mit. 
  • Zentrales Kulturfest des Internationalen Astronomiejahres in Bonn, 27. Juni.
  • „Highlights der Physik“ in Köln, 21. bis 25. September.
  • Bundesweite „Woche der Schulastronomie“, vom 9. bis 15. November.

Weitere Informationen: www.astronomie2009.de

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