Sonnige Aussichten

Solarenergie für Eigenheimer: So lohnen sich Module auf dem Dach

Wer genug Platz auf dem eigenen Dach hat, kann mal wieder über eine Photovoltaik-Anlage nachdenken: Deren Preise sind dramatisch gefallen. AKTIV hat einen Experten gefragt, wie und was sich jetzt für Privatleute rechnet.

Solarmodule aufs Dach: Das ist in Zeiten von Mini-Zinsen noch reizvoller. Foto: Imago

Solarmodule aufs Dach: Das ist in Zeiten von Mini-Zinsen noch reizvoller. Foto: Imago

Berlin. Die Sonne für die private Energiewende und zum Sparen nutzen – das ist durchaus bezahlbar. Variante eins: Solarstrom, Variante zwei: Wärme per Solarthermie.

Sonnenstrom ist inzwischen viel billiger zu haben: „Die Preise für Photovoltaikanlagen sind in den letzten zehn Jahren um mehr als 80 Prozent gefallen“, sagt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. Die Folge: „In den meisten Fällen lohnen sich Solarstromanlagen nicht nur fürs Klima, sondern auch für den Geldbeutel.“

Wer in Photovoltaik auf dem Dach investiert, zahlt je nach Größe der Anlage ab etwa 4.000 Euro. „Moderne Module halten rund 25 Jahre“, betont Körnig, „sie sind fast wartungsfrei und arbeiten auch bei bedecktem Himmel.“

Je mehr man selbst verbraucht, desto eher lohnt sich die Sache

Mit der gesetzlich garantierten Förderung für neuen Ökostrom, die aus Sicht von Volkswirten schon längst abgeschafft gehört, kann man inzwischen kaum noch verdienen: „Bei einer Einspeisevergütung von derzeit rund 12 Cent produziert die Anlage auf dem Dach überschüssigen Strom ungefähr kostenneutral“, sagt Körnig. Denn eine selbst produzierte Kilowattstunde kostet im Schnitt auch etwa 12 Cent.

Für eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz muss man dagegen je nach Anbieter um die 29 Cent bezahlen. Jede selbst erzeugte Einheit, die man selbst verbraucht, spart also gut 17 Cent – damit rechnet sich die Anlage umso mehr, je mehr Selfmade-Strom man selbst verbraucht. Ideal ist es, wenn man Stromfresser wie Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler oder E-Bike-Aufladung tagsüber anschmeißen kann. „Realistisch ist eine Eigennutzung von circa 30 Prozent“, so Körnig. Wer zusätzlich rund 4.000 Euro in einen Stromspeicher investiert, kann die Eigennutzung auf bis zu 80 Prozent hochtreiben.

Wie bei jeder Investition muss man also verschiedenste Faktoren berücksichtigen. Dabei hilft ein Rechner der Energieagentur NRW.

Für Wohnungseigentümer sind die Bedingungen inzwischen einfacher

Besitzer von Eigentumswohnungen sind inzwischen leichter dabei: „Die Solaranlage auf dem Dach gilt nicht mehr als bauliche Veränderung, sondern als Modernisierung“, heißt es beim Eigentümerverband Haus & Grund. Die Zustimmung der anderen Eigentümer ist also noch nötig – aber der Einbau muss nicht mehr wie früher einstimmig beschlossen werden.

Bei genügend Platz auf dem Dach kann man die Sonnenkraft auch für die sogenannte Solarthermie nutzen, also warmes Wasser und Heizung. Dafür gibt’s oft erhebliche staatliche Zuschüsse! Eine reine Wassererwärmung kostet je nach Art und Größe der Anlage mindestens um die 5.000 Euro. „Im Sommer kann damit der Warmwasserbedarf vollständig gedeckt werden, im Winter wird das Wasser vorgewärmt“, erklärt Körnig.

Für ein Kombigerät, das auch die Heizung unterstützt, muss man oft mit 10.000 Euro und mehr rechnen. „Je nach Zustand eines bestehenden Gebäudes können Solarthermie-Anlagen bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs abdecken“, so der Experte. Erfahrungsgemäß sei man meist nach 15 bis 20 Jahren im Plus.

Auch Mieter können profitieren

  • Um als Mieter die Kraft der Sonne zu nutzen, muss man sich mit dem Vermieter sowie dem Stromlieferanten zusammentun: Auf der Webseite sonneteilen.de gibt’s solide Infos und eine Broschüre zu diesem sogenannten Mieterstrom.
  • Mit kleineren Photovoltaikmodulen für Balkon oder Terrasse, die einfach an die nächste Steckdose gehängt werden, bewegt man sich rechtlich in einer Grauzone. Und der Elektrotechnikverband VDE warnt vor Sicherheitsrisiken: Fragen etwa zum Schutz vor Kabelbrand und Stromschlag seien „nicht hinreichend geklärt“.

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