Taschengeld

So lernen Kinder Kohle kennen


AKTIV hat die wichtigsten Experten-Tipps für Eltern gesammelt

Welche Frage würden Sie lieber beantworten: „Sag mal, Mama, wie werden eigentlich Babys gemacht?“ – oder: „Sag doch mal, Papa, wie viel verdienst du denn genau?“

Das Beispiel zeigt: Es ist gar nicht so leicht, seinen Kindern in Sachen Geld ehrlich Rede und Antwort zu stehen. Noch schwieriger ist es aber, ihnen einen vernünftigen Umgang mit Euro und Cent beizubringen. Hilfsmittel Nummereins: das Taschengeld – ein Klassiker, bei dem man viel falsch machen kann. AKTIV fasst Experten-Tipps zusammen.

Etwa ab dem fünften Geburtstag, spätestens aber  ab Schulanfang sollte Taschengeld gezahlt werden.

Es muss pünktlich und regelmäßig in gleicher Höhe fließen – anfangs wöchentlich. Zehn- bis Elfjährige sollten dann mit einer monatlichen Zahlung klarkommen.

lMit zunehmendem Alter gibt es mehr Kohle.  Richtwerte: 7 Jahre – 2 Euro pro Woche, 11 Jahre – 15 Euro im Monat, 15 Jahre – 26 Euro monatlich. Erkundigen Sie sich aber nach den in Ihrer Nachbarschaft üblichen Werten.

Keine Extra-Euro, keinen Vorschuss! Wenn das Geld alle ist, soll der Nachwuchs das ruhig bitter merken.

Per Ferienjob verdiente Kröten ändern nichts an der Höhe des Taschengeldes.

Auch ein Schein von Oma hat mit Taschengeld nichts zu tun: Die Verrechnung von Ge-schenken ist tabu.

Taschengeld-Entzug als Strafe taugt gar nichts – weil er jede kindliche Planung unmöglich macht.

Von Alkohol und Tabak abgesehen: Kinder dürfen mit ihrem Taschengeld kaufen, was sie wollen – auch Schnickschnack und Süßkram. Denn sie lernen auch durch „falsche“ Kaufentscheidungen.

Schulmaterial, gesundes Pausenbrot, Klamotten und den Friseur bezahlen die Eltern. Melden größere Kinder dabei teure Sonderwünsche an, teilen Sie: Mama gibt nur so viel, wie die Basis-Variante kosten würde – der Nachwuchs legt den Rest dazu.

Jugendliche sollten sich Einnahmen und Ausgaben selbstständig notieren – und je nach Alter und Neigung ruhig auch schon ein Girokonto auf Guthabenbasis eröffnen, auf das das Taschengeld dann überwiesen wird.

 

Info: Lektüre

Mäuse, Zaster, Pinkepinke: „Unser Geld“ erklärt das Thema so anschaulich, dass schon Kinder ab fünf Spaß daran haben. Dieses Buch aus der Ravensburger-Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ kostet 12,95 Euro. Für größere Kinder ist das Heft „Mein Taschengeldplaner“, das die Sparkassen-Finanzgruppe kostenlos abgibt (zu bestellen unter 01801-547490).

An Eltern und Kinder richtet sich eine Gratis-Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung: „Knete – Kohle – Kröten“. Bestellung per Mail an: rollikh@drk.de

Thomas Hofinger

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