30 praktische Tipps

So leicht sparen Sie Energie in Ihrem Haushalt

Unter Kontrolle: Der Stromverbrauch Foto: fotolia

Die Umwelt und den Geldbeutel gleichzeitig schonen? Das ist einfacher als man denkt. Schon mit ein paar kleinen Maßnahmen ganz ohne baulichen Aufwand lässt sich mächtig Energie sparen, auch ohne dass Wohn- und Lebensqualität leiden. Der Vorteil: Viele Energiesparmaßnahmen bedürfen keiner zusätzlichen Investition und bringen trotzdem viel.

„Die Summe der Tricks macht’s“, sagt Energiereferentin Claudia Bruhns von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Allein mit einer Verhaltensänderung kann der Energiebedarf um 20 Prozent sinken.“ Und wer ein paar Euro in die Hand nimmt, kann langfristig gleich mehrere Hundert Euro sparen. Diese Checkliste verrät, wie Sie im eigenen Haushalt Energiefressern ein für alle Mal den Stecker ziehen.

In der Küche:

  • Auf die Größe kommt es an: „Immer die Kochplatte auf dem Herd nutzen, die optimal zur Topfgröße passt“, rät Claudia Bruhns. „Und außerdem bei jedem Kochvorgang den Deckel auf den Topf setzen, so verbraucht man ein Drittel weniger Energie und die Speisen sind schneller fertig.“ Auch wichtig: Stets die richtige Deckelgröße wählen.
    Wer mit einem Elektroherd kocht, für den gilt: Nur zu Anfang die Platten voll aufdrehen. Kocht es im Topf, die Hitze zurückdrehen und die letzten Minuten möglichst die Nachwärme der Herdplatte nutzen.
  • Nicht zu viel Wasser erhitzen: Beim Kochen von Eiern, Kartoffeln oder Gemüse reicht es, wenn der Topfboden nur einige Zentimeter mit Wasser bedeckt ist – natürlich nur, wenn mit Deckel gekocht wird. „Die Lebensmittel garen dennoch – und zwar schonend und energiesparend im Wasserdampf“, sagt Bruhns.
  • Schnellkochtöpfe nutzen: Sie sparen bis zu 60 Prozent Energie im Vergleich zu normalen Töpfen und das Essen ist auch noch schneller auf dem Tisch.
  • Vorheizen mal anders: Heißes Wasser für Reis oder Nudeln sollte nicht im Topf zubereitet werden. Wasser im Wasserkocher erhitzen und erst dann in den Topf auf dem Herd geben, das spart Aufheizkosten.
  • Klare Sicht im Backofen: Backofenfenster regelmäßig reinigen, so kann man das Bratgut gut von außen beurteilen. Denn bei jedem Öffnen der Ofentür gehen etwa 20 Prozent der Wärme verloren. Ofen nur für sehr empfindliche Teige vorheizen. „Ansonsten besser auf das Vorheizen komplett verzichten“, rät Energieexpertin Bruhns. In den meisten Fällen kann der Ofen schon fünf bis zehn Minuten vor Ende der Backzeit ausgedreht werden, die Nachwärme genügt zum Fertiggaren.
  • Toaster statt Backröhre: Wer seine Brötchen knusprig genießen will, sollte sie statt im Backofen auf dem Toaster aufbacken. Das spart rund 70 Prozent Energie.
  • Mikrowelle fürs Dinner for one: Die Mikrowelle nur für das Aufwärmen kleiner Portionen verwenden. Schon ab einer zweiten Portion braucht die Mikrowelle mehr Energie als eine Herdplatte. Auftauen in der Mikrowelle möglichst vermeiden und lieber bei Zimmertemperatur tauen lassen. Das verbessert auch den Geschmack.
  • Abkühlung tut gut: „Lebensmittel erst abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank kommen oder eingefroren werden“, rät Bruhns.
  • Ab in den Keller: Gefriergeräte gehören möglichst in den Keller, wo es schon kühl ist. Auf keinen Fall neben Herd, Heizung oder einem Fenster mit Sonneneinstrahlung aufstellen, rät das Bundesumweltamt.
  • Regelmäßig aufräumen: Eine gute Übersicht in Kühl- und Gefriergeräten hilft, langes Suchen bei geöffneter Tür zu vermeiden. Beide Geräte sollten regelmäßig abgetaut werden, damit sie optimal arbeiten können.
  • Temperatur optimieren: Je tiefer die Temperatur eingestellt ist, umso mehr Energie muss aufgewendet werden, um sie zu halten. Beim Kühlschrank reicht laut Bundesumweltamt eine Lagertemperatur von 7 Grad, im Gefrierschrank sollten es maximal minus 18 Grad Celsius sein.
  • Geschirrspülmaschine nutzen: Das Spülen per Hand spart nicht mehr Energie. Moderne Geräte benötigen nur etwa 12 bis 14 Liter Wasser. „Wer andauernd Handspülwasser nutzt – das eben auch erhitzt werden muss – spart gar nichts“, sagt Energiereferentin Bruhns. Lieber die Maschine voll beladen und dann anstellen. Das spart tatsächlich rund 50 Prozent der Energiekosten.

Im Badezimmer:

  • Wasser abdrehen: Egal, ob beim Einseifen, Shampoonieren der Haare oder beim Zähneputzen: Wann immer kein fließendes Wasser gebraucht wird, sollte der Wasserhahn zugedreht werden. Das spart beides – Energie und Wasser.
  • Cleverer Kopf: Mit einem Sparduschkopf kann ein Drei-Personen-Haushalt knapp 300 Euro sparen, so die Verbraucherzentrale NRW. Bei einem normalen Duschkopf sprudeln jede Minute zwischen 15 und 18 Liter warmes Wasser in den Abfluss. Beim Sparduschkopf wird dem Wasserstrahl mehr Luft beigemischt, der Wasserdruck bleibt gleich, man kommt aber mit der halben Menge Wasser aus. Kosten des Sparduschkopfes: ab 20 Euro.
  • Badewanne als Luxuserlebnis: Das Vollbad sollte von der Regel zur Ausnahme werden. Wer öfter duscht statt badet, spart bis zu 70 Euro Stromkosten pro Jahr. Und zudem Wasser, denn pro Duschspaß fließen 70 Liter in den Abfluss, bei Vollbädern sind es locker 120.
  • Kalt reicht: Zum Händewaschen reicht in fast allen Fällen kaltes Wasser. Seifen entfalten dennoch ihre Reinigungskraft und durch warmes Wasser allein werden keine Keime abgetötet. Wer seine Hände fünfmal täglich statt mit warmem mit kaltem Wasser wäscht, spart bis zu 25 Euro pro Jahr.

Wäsche waschen:

  • Voll aufdrehen: Wer bei vollen Touren schleudert, spart Trocknerstrom – und zwar bis zu 20 Euro pro Jahr.
  • Trockner dosiert einsetzen: Generell gilt: So oft wie möglich auf den Trockner verzichten, wenn das Wetter draußen warm und trocken ist. Wenn nicht draußen getrocknet werden kann, kann ein Wäschetrockner die bessere Lösung sein. 3,5 Liter Wasser werden bei einer Waschmaschinenladung als feuchte Luft freigesetzt. Die muss an kalten Tagen eine Heizung erst einmal wieder „wegheizen“, wenn die Wäsche am Ständer in der Wohnung hängt.

Mehr Tipps, wie Sie beim Waschen und Trocknen Geld sparen können, lesen Sie hier auf AKTIVonline.

In allen übrigen Räumen:

  • Energiesparlampen einsetzen: Die kommen mit weniger als einem Viertel der Energie aus, als herkömmliche Glühlampen verbrauchen. „Die Investition in Energiesparlampen gehört zu den besten Geldanlagen, die Sie tätigen können“, sagt Bruhns von der Verbraucherzentrale NRW. „Eine Energiesparlampe spart über ihre Lebensdauer zwischen 50 und 80 Euro an Strom. Der Kauf amortisiert sich oft schon binnen einem Jahr.“
  • Automatisch abschalten: Abschaltautomatik in Lichtschalter in Flur oder Treppenhaus einbauen, dort muss das Licht nicht ständig brennen.
  • Stand-by abschalten: Schalten Sie Fernseher, Spielekonsolen, Festplattenrekorder und Lautsprecher beim Verlassen des Hauses oder über Nacht komplett ab. Am einfachsten geht das mit einer Steckerleiste mit Schalter. Leiste aus, alles aus – und das mit einer Handbewegung. „Denn einige Geräte verbrauchen tatsächlich im Stand-by-Modus mehr Energie als im Nutzungsmodus“, weiß Bruhns. Laut Energieagentur Schleswig-Holstein spart ein Einzelhaushalt so 30 bis 40 Euro pro Jahr, ein Vier-Personen-Haushalt zwischen 75 bis 100 Euro. Denn elektrische Geräte im Stand-by tragen satte 4,5 Prozent zum bundesweiten Stromverbrauch bei.
  • Ladegeräte ausstöpseln: Die Akku-Lader für Handy, Rasierer etc. ziehen auch Strom, wenn sie ohne Gerät an der Steckdose hängen. Also immer vom Netz trennen.
  • Ruhe geben: Bei Computern und Bildschirmen den Ruhezustand programmieren. So versetzen sich die Geräte selbst bei längeren Pausen in einen Energiespar-Modus, können aber schnell mit einem Klick oder einem Tastendruck „aufgeweckt“ werden.

Für die kalten Tage - Sparen mit der Heizung:

  • Heizung drosseln: Zimmertemperaturen über 20 Grad Celsius möglichst vermeiden, rät die Verbraucherzentrale NRW. Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart etwa 6 Prozent Heizkosten. Die verbrauchsoptimierte Temperatur für Wohn- und Arbeitsräume liegt bei 20 Grad, in der Küche bei 18 und im Schlafzimmer bei 17 Grad Celsius.
  • Hinter Heizkörper dämmen: Styropor-Dämmung aus dem Baumarkt in den Nischen hinter den Heizkörpern anzubringen, kann den Wärmeverlust hinter dem Heizkörper um bis zu 90 Prozent mindern.
  • Timer einsetzen: Nachts und bei Abwesenheit reicht eine Wohnungstemperatur von 15 Grad. Elektronische Thermostatventile lassen sich programmieren, so haben Sie es morgens oder beim Heimkommen dennoch mollig warm und sparen dennoch 10 Prozent Heizenergie. Programmierbare Thermostatventile gibt es für 30 bis 50 Euro pro Heizkörper und lohnen sich vor allem für Berufstätige, die jeden Tag nur wenige Stunden zu Hause verbringen.
  • Luft rauslassen: Wenn Heizkörper gluckern, werden sie oft auch nicht richtig warm. Schuld ist die Luft im System, also unbedingt Heizung entlüften. Jede einzelne Luftblase verschwendet Heizenergie, jeder nicht entlüftete Heizkörper kostet jährlich rund 15 Euro mehr.
  • Schotten dicht machen: Wenn die Heizung läuft, sollten Vorhänge, Rollläden und Jalousien nachts komplett heruntergelassen werden. So geht weniger Wärme über die Fensterflächen verloren. Gleiches gilt für den Sommer, wenn Sie Klima-Anlagen nutzen: Möglichst in den Sonnenstunden die Jalousien unten lassen, damit auch effektiv gekühlt werden kann.
  • Nicht abdecken: Heizkörper sollten niemals von Möbeln verdeckt werden, sonst verteilen sie die Wärme nicht richtig. Auf ihnen sollte auch nichts abgestellt oder abgelegt werden.
  • Regelmäßig und richtig lüften: Dauerlüften durch Fenster „auf Kipp“ lässt Heizenergie wirkungslos verpuffen. „Lieber kurz Stoßlüften, am besten mit Durchzug, aber nie länger als zehn Minuten, rät Heizkosten-Experte Achim Fischer von der Verbraucherzentrale NRW. Danach die Fenster wieder schließen. 

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