Gute Karten für Top-Events

So kriegen Sie noch die letzten Sport- und Konzert-Tickets

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Schon mal mit einem Schwarzhändler vor dem Stadion oder der Konzerthalle gefeilscht? Drinnen steppt schon der Bär, gleich kommen die Stars, aber Sie haben noch kein Ticket, und die Bude ist ausverkauft. Wer jemals so etwas erlebt und das Event des Jahres traurig vor einem winzigen Röhrenbildschirm in der Pommesbude um die Ecke verfolgt hat, der schwört sich: „Nie, niiieee wieder!“

Und tatsächlich: In den Weiten des Internets gibt es durchaus Chancen, sich rechtzeitig vor der Veranstaltung noch mit den letzten knappen Tickets zu versorgen – manchmal sogar zum Schnäppchen-Preis. Und mit etwas Glück und Geduld können Sie dem Schwarzhändler dann beim nächsten Mal im Vorbeigehen mal lässig einen Finger Ihrer Wahl zeigen.

Ticket-Chancen bei Ebay

Klar, ist der Klassiker. Und richtig ist auch: Wer auf der Suche nach Sport- oder Konzert-Tickets ist, wird wissen, dass ein Karten-Kauf auf der Auktionsplattform zumeist weder günstig noch sicher ist. Denn: Hier guckt jeder zuerst. Keine Seltenheit also, dass Karten für besonders begehrte Veranstaltungen hier für ein Vielfaches des Preises weggehen.

Noch schlimmer aber ist: Wer hier ein Ticket erwirbt, hat keinesfalls die Garantie, das Event auch wirklich im Stadion miterleben zu können. Weil ihnen der grassierende Online-Schwarzhandel auf Ebay ein Dorn im Auge ist, sperren Veranstalter nämlich gern auf der Plattform feilgebotene Tickets. Insbesondere dann, wenn besonders „schlaue“ Anbieter die Karten einfach einscannen, Daten wie Block, Reihe und Sitzplatz also ganz offen zu lesen sind.

Der gutgläubige Käufer muss dann damit rechnen, am Stadiontor abgewiesen zu werden. Den berappten Kaufpreis darf er dann höchstwahrscheinlich ebenfalls abschreiben.

Trotzdem aber lohnt bei der Karten-Jagd immer auch ein Blick auf Ebay. Häufig nämlich nutzen gewerbliche Anbieter die Plattform, um beispielsweise für’s DFB-Pokal-Endspiel oder spektakuläre Konzerte internationaler Superstars Kombi-Pakete aus Ticket und Hotelübernachtungen zu offerieren. Die sind zwar ebenfalls nie wirklich günstig. Aber dafür vergleichsweise seriös.

Und: Wenn eine Veranstaltung weniger nachgefragt wird als ursprünglich vermutet, sinken auf Ebay ganz nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage die Preise. Sollten sich also, bei allem Respekt, im Pokalendspiel mal Wolfsburg und Fürth gegenüberstehen, dürften auf Ebay hier eher Schnäppchen zu machen sein als bei der Paarung Schalke gegen Dortmund.

Hier geht´s zu Ebay: www.ebay.de

Ticket-Chancen bei Ebay-Kleinanzeigen

Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber – Geheimtipp für Karten-Jäger! Ebay-Kleinanzeigen funktionieren im Prinzip wie die gute alte Zeitungs-Annonce, nur eben online. Anbieter beschreiben ihre Ware, in unserem Fall also Ticktes, Kontaktmöglichkeiten und Versandart. In den allermeisten Fällen werden bei Ebay-Kleinanzeigen aber Festpreise für die zu vergebenen Karten aufgerufen.

Und ganz offensichtlich haben Anbieter hier weit weniger häufig die Dollarzeichen in den Augen. Denn sehr oft wird lediglich der offizielle Kartenpreis verlangt. Weil die Verkäufer womöglich tatsächlich am Veranstaltungstag verhindert sind und dies nicht nur als Ausreden-Feigenblatt behaupten.

Weiterer Vorteil für den Käufer: Oftmals stimmen die Verkäufer einer persönlichen Abholung der Karten oder einem Treffen am Veranstaltungsort zwecks Übergabe zu. Das Betrugsrisiko kann so nochmals verringert werden. 

Hier geht´s zu Ebay-Kleinanzeigen: kleinanzeigen.ebay.de

Ticket-Chancen in Fan-Foren

Fragen Sie Gleichgesinnte! Nie war es leichter, Kontakt zu anderen Fans zu knüpfen als im Online-Zeitalter. Egal, ob Bayern München oder Madonna, St. Pauli oder die Pop-Barden von Pur: Alle haben sie im Web ihre Fanseiten. Häufig lassen sich auf diesen auch Fan-Foren finden, in denen sich die Fans rege austauschen. Und fast immer gibt es dort auch eine Kartenbörse, wo Tickets fürs nächste Konzert oder Spiel gesucht und geboten werden. Schwarzhändler sind hier zumeist außen vor, wer versucht, Tickets zu Apothekenpreisen zu verhökern, wird ganz schnell verbal verdroschen.

Also: Trauen Sie sich, registrieren Sie sich für die entsprechenden Seiten und fragen Sie, ob jemand vielleicht noch ein Kärtchen übrig hat. Der Erfolg ist natürlich nicht garantiert, stellt sich aber weitaus häufiger ein, als man glauben könnte.

Ticket-Chancen bei Fansale

Die Secondhand-Ticket-Plattform gehört zu Eventim.de, dem größten Ticketseller Deutschlands. Fansale ist ein offener Marktplatz für jedermann. Hier können Tickets für Veranstaltungen jedweder Art von Fan zu Fan weitergegeben werden. Ein Gutteil der Tickets geht in Auktionsform über die virtuelle Theke, Schnäppchen sind bei stark nachgefragten Veranstaltungen also kaum zu erwarten. Dafür aber können Käufer hier absolut sicher sein, auf Originaltickets zu bieten und diese im Erfolgsfall auch pünktlich zu bekommen.

Und solange das Höchstgebot auf Tickets noch unter dem offiziellen Kartenpreis liegt, prangt neben dem Angebot ein gut sichtbares grünes „Fair Deal Symbol“. Günstige Tickets kann man so schnell identifizieren. Neben dem Kaufpreis müssen Käufer auf Fansale allerdings auch Versandkosten und eine Bearbeitungsgebühr zahlen.

Für Fans der Fußball-Bundesligisten Schalke 04 und Mainz 05 sowie des Zweitligaklubs 1. FC Köln ist die Plattform darüber hinaus ein echter Geheimtipp. Diese Klubs nämlich ermöglichen es ihren Dauerkarteninhabern, Karten für einzelne Spiele auf Fansale zu verkaufen – und zwar einzig zum Originalpreis! Wer früh genug klickt, kann hier also Tickets zum normalen Eintrittspreis plus Gebühren kaufen.

Hier geht´s zu Fansale: www.fansale.de

Ticket-Chancen bei Viagogo

Oh, oh, Minenfeld! Die Plattform Viagogo nämlich ist so manchem Fan so sympathisch wie Brechdurchfall. Sich selbst definiert der englische Anbieter als „Europas führende Plattform für den Weiterverkauf von Veranstaltungstickets“. Wer Karten für eine Veranstaltung hat, kann sie hier einstellen, den Preis bestimmt allein der Verkäufer.

In die Kritik geriet die Plattform insbesondere wegen ihrer vollkommen undurchsichtigen Gebührenstruktur. Für eine Karte für das Frankenderby zwischen den Bundesligisten Nürnberg und Fürth, Verkaufspreis 20,99 Euro, verlangt Viagogo im Test von AKTIVonline vom Käufer beispielsweise mal eben saftige 16,70 Euro an Gebühren. Wofür diese bezahlt werden sollen, ist nicht einsehbar.

Umstritten ist auch die enge Verbindung der Plattform zu mittlerweile neun Vereinen der 1. Fußball-Bundesliga. Diese kooperieren mit Viagogo und gestatten ihren kartenbesitzenden Fans, die Tickets online auf der Plattform zum Verkauf anzubieten. Offiziell wollen die Klubs so den florierenden Schwarzmarkt vor den Stadien ausmerzen. Dass er sich mittlerweile auch dank Viagogo immer mehr ins Internet verlagert, scheint die Vereine wenig zu stören.

Bedenklich: In der kommenden Saison wird die Plattform mit Schalke 04 einen weiteren prominenten „Premium-Partner“ gewinnen. Der Revier-Klub, sonst betont auf Fan-Nähe und Traditionspflege bedacht, will dann sogar einen kleinen Teil des Kartenkontingents für bestimmte Heimspiele selbst auf Viagogo anbieten. Angeblich, um so auch Fans in anderen Ländern die Möglichkeit zu bieten, online Karten zu erstehen. Immerhin: Der maximale Verkaufspreis für von Fans angebotene Tickets soll bei den Schalkern 100 Prozent des Preises für eine Tageskarte nicht übersteigen dürfen.

Viel Kritik an Viagogo also. Doch die Seite hat auch ihre Vorteile. Denn abgesehen von den horrenden Gebühren können sich Fans durchaus darauf verlassen, ihre teuer bezahlten Tickets auch pünktlich zu bekommen. Und selbst bei absoluten Top-Spielen wie dem letztjährigen Finale der Bayern in der Champions League gegen den FC Chelsea waren auf Viagogo noch Karten zu bekommen – allerdings zu teils fünfstelligen Mondpreisen.

Deshalb: Viagogo kann für Fans nur die absolute Notlösung darstellen. Wer allerdings wirklich bereit ist, tief in die Tasche zu greifen, findet hier nahezu alles: Von Karten für ein Konzert einer bärtigen Folk-Band in Island bis hin zu Tickets für den FC Barcelona.

Hier geht´s zu Viagogo: www.viagogo.de

Fazit:

Ja, es gibt Tickets für nahezu alles im Netz. Dennoch sollten Fans trotz aller Ungeduld und Nervosität alle verfügbaren Angebote sorgfältig vergleichen und dabei unbedingt und auch auf die Gebühren achten. Offizielle Plattformen wie Fansale und Viagogo langen Stadion- und Konzertgängern zwar meist tiefer in die Tasche als so manches Ebay-Angebot, dafür aber kann der Käufer auch sicher sein, pünktlich mit Original-Tickets versorgt zu werden. 

Schnuller, Grabstätten & Co. Mit welchen Fan-Artikeln Fußballklubs Geld machen, lesen Sie hier auf AKTIVonline.


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