Oft fehlerhafte Einträge

So korrigieren Sie falsche Schufa-Daten

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Wiesbaden. Immobilienkredit, aktueller Handyvertrag oder Ratenzahlung für die neue Waschmaschine – die Schufa weiß Bescheid. Das Unternehmen erhält Informationen von Banken, Sparkassen, Händlern sowie anderen Kooperationspartnern und berechnet daraus die Kreditwürdigkeit von Kunden, den sogenannten Scorewert. Leider sind die Schufa-Daten nach Erfahrungen von Verbraucherschützern manchmal falsch: Dann sind beispielsweise zurückgezahlte Kredite noch nicht erfasst. Oder Sachverhalte sind komplett falsch eingetragen, ein unverbindliches Angebot wird dann schon mal zu einem abgelehnten Darlehen.

Das kann für den Betreffenden richtig teuer werden: Betrachtet die Schufa jemanden nämlich als Risikokandidaten, können etwa Kredite mehr Zinsen kosten. Und manchmal gibt es überhaupt keinen Vertrag. Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, die Schufa-Daten regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren zu lassen. Wer plant, ein größeres Darlehen aufzunehmen, beispielsweise für eine Immobilie oder ein Auto, sollte schlauerweise vorher aktiv werden, damit noch Zeit für die Fehlerbeseitigung bleibt.

Und das geht so: Zuerst holt man sich unter meineschufa.de das Formular für eine sogenannte „Datenübersicht nach Paragraf 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)“. Falls der Download – je nach Browser – nicht klappt, kann man das Formular auch unter der folgenden Rufnummer anfordern: 0611 - 927 80. Die Datenübersicht bekommt jeder einmal pro Jahr kostenlos. Vorsicht, nicht mit der „Bonitätsauskunft“ verwechseln, die ist nämlich kostenpflichtig!

Sind Fehler in den Unterlagen, muss die Schufa sie kostenlos korrigieren. Darauf hat man einen gesetzlichen Anspruch, und zwar nach Paragraf 33 BDSG. Dazu wendet man sich einfach direkt an die Schufa: Per Brief an das Schufa Privatkunden Servicecenter, Postfach 10 34 41, 50474 Köln, telefonisch an das Kundencenter unter 0611 - 927 80 oder per Mail unter info@schufa.de. Wer registrierter Nutzer von meineschufa.de ist, kann die Angelegenheit auch direkt online klären.

Sinnvollerweise legt man Kopien von Quittungen oder anderen Belegen vor, die den Fehler beweisen können. Die Schufa überprüft dann den Sachverhalt. Nach Angaben des Unternehmens dauert das im Normalfall nicht länger als zwei Wochen. Anschließend bekommt man automatisch kostenlos eine neue Eigenauskunft zugeschickt. Bis die Angelegenheit geklärt ist, bleiben die fraglichen Daten laut Gesetz gesperrt.

Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt außerdem, sich direkt an das Unternehmen zu wenden, das den Falscheintrag verursacht hat. Die Unternehmen seien nämlich ebenfalls verpflichtet, Falschmeldungen zu korrigieren.

Ist man mit dem Ergebnis nicht zufrieden, sollte man sich zuerst schriftlich an den zuständigen Ombudsmann Hans-Jürgen Papier wenden, Kontaktdaten unter schufa-ombudsmann.de. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts entscheidet unabhängig und gratis. Seine Entscheidungen sind bei Streitwerten bis 2.500 Euro für die Schufa bindend, nicht aber für den Verbraucher. Ist man mit dem Schiedsspruch nicht einverstanden, kann man also hinterher trotzdem noch vor Gericht gehen.


Verjährungsfristen, nach denen Schufa-Einträge gelöscht werden müssen:

Sofort:

  • Giro- und Kreditkartenkonten nach Auflösung des Kontos
  • Bürgschaften, wenn der bebürgte Kredit zurückgezahlt ist

Ein Jahr:

  • Anfragen (zum Beispiel Antrag auf Kontoeröffnung); die Information wird aber nur zehn Tage an die Vertragspartner weitergegeben

Drei Jahre:

  • zurückgezahlte Kredite, gerechnet ab dem Folgejahr der Rückzahlung
  • Informationen über nicht vertragsgemäßes Verhalten (zum Beispiel Rückstände bei Krediten), längere Speicherung unter bestimmten Bedingungen möglich
  • Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte (zum Beispiel eidesstattliche Versicherung), frühere Löschung unter bestimmten Bedingungen möglich

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