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Hilfe für viele Lebensbereiche

So gut ist die persönliche Beratung der Verbraucherzentralen

Die deutschen Verbraucherzentralen bieten den Bürgern hilfreiche Beratung und Informationen zu privatem Konsum. Was viele nicht wissen: Die rund 200 Beratungsstellen beraten auch individuell – auf vielen Wegen, zum Teil kostenlos.

Foto: Adobe Stock

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Berlin. Als Otto Normalverbraucher fühlt man sich zuweilen hilflos, etwa bei Fragen wie diesen: Enthält ein Spielzeug gefährliche Schadstoffe? Lohnt es sich wirklich, das Dach zu dämmen? Hat der Schlüsseldienst mir zu viel Geld abgeknöpft? Wie vermeide ich Ärger mit dem Vermieter? Die insgesamt 200 gemeinnützigen Verbraucherzentralen von Aachen bis Zwickau bieten zu fast jedem Thema Rat und Hilfe.

Aber – bekommt man dort wirklich eine gute Beratung? Im Allgemeinen ja, so die Einschätzung von Professorin Lucia Reisch, die an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen das Forschungszentrum Verbraucher, Markt und Politik leitet: „Eine gute Beratung ist unabhängig und hat genügend Ressourcen, um sich jeweils auf den neuesten Stand der Entwicklungen zu bringen“, erklärt sie.

Im Klartext: Die Berater sind zum Beispiel im Bilde über die neuesten Gerichtsurteile. „Außerdem ist eine gute Beratung kundenorientiert“, so Reisch, „das heißt, sie informiert verständlich, klar, unkompliziert – und idealerweise zu einem fairen Preis.“ All diese Kriterien erfüllten die Verbraucherzentralen.

Zu welchen Themen wird man beraten?

Eine Stärke der Verbraucherzentralen sei ihre Vielfalt, so Expertin Reisch: Denn es gibt dort speziell ausgebildete Mitarbeiter für die verschiedensten Themen wie Versicherungen über Hausbau, Telekommunikation und Miete bis zu Ernährung und Gesundheit. Die Experten bieten die unterschiedlichsten Beratungsleistungen – von Produktinformationen über Energieberatung bis zu Geldanlage-Tipps.

Bevor Sie einen Beratungstermin vereinbaren, können Sie prüfen, ob eine Verbraucherzentrale genau zu Ihrem Thema ein Buch oder eine Broschüre bereithält. Solches Infomaterial ist häufig kostenlos. Auch auf den Internetseiten findet man viele Informationen, die vielleicht schon weiterhelfen – zum Beispiel Musterbriefe: verbraucherzentrale.de. Zum Angebot gehören außerdem Vorträge.

Welche Formen der Beratung gibt es?

Am umfassendsten ist eine Einzelberatung. Sie hat aber auch einen kleinen Nachteil, so Expertin Reisch: „Es kann manchmal eine Weile dauern, bis man einen Termin bekommt. Das liegt an den begrenzten personellen Kapazitäten.“ Das Warten lohne sich trotzdem.

Verschiedene Verbraucherzentralen bieten auch Beratung per Telefon oder E-Mail an, in Niedersachsen seit November 2017 sogar per Video-Chat. Bei der klassischen Energieberatung kommt der Experte zu Ihnen ins Haus. Das Angebot ist in jeder Beratungsstelle unterschiedlich – informieren kann man sich am besten auf der jeweiligen Homepage. Die einzelnen Beratungsstellen in Deutschland finden Sie hier: verbraucherzentrale.de/beratung

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Die Verbraucherzentralen finanzieren sich nicht nur aus ihren Einnahmen, sondern auch aus Steuergeldern – und einige Angebote sind sogar kostenlos oder besonders günstig. Schauen Sie sich am besten die Preise im Internet genau an, denn sie sind je nach Thema und Bundesland sehr unterschiedlich.

Hier ein paar Beispiele: Eine einfache Rechtsberatung ist etwa bei den Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen schon für 9 Euro pro Fall zu haben. Die Schuldner- und Verbraucherinsolvenz-Beratung ist hier sogar kostenlos. Ebenfalls kostenlos ist eine Online-Kurzberatung zu Energiefragen, die bundesweit angeboten wird. Eine eingehende Beratung zur Immobilienfinanzierung (90 Minuten) schlägt dagegen in NRW mit 170 Euro zu Buche.

Für eine telefonische Beratung zur Altersvorsorge oder Geldanlage zahlt man beispielsweise bei der Verbraucherzentrale Hessen 1,75 Euro pro Minute. Und in Baden-Württemberg gibt es eine E-Mail-Beratung je nach Thema ab 22 Euro.

Gibt es Alternativen, die genauso gut sind?

Auch auf andere Quellen der Verbraucherinformation könne man sich gut verlassen, sagt Professorin Reisch. Unabhängige Informationen biete zum Beispiel die Stiftung Warentest. Gute Anlaufstellen bei Ärger mit Banken und Versicherungen seien Schlichtungsstellen. Und wenn man auf einen privaten Berater setzen wolle, entscheide man sich am besten für einen unabhängigen Experten, der nicht für eine bestimmte Bank oder Versicherung arbeitet – und auch nicht auf Provisionsbasis.


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