Zulagen kann man auch per Bausparvertrag einsammeln

So geht das Riester-Bausparen

Wer sich ganz sicher ist, dass er in 10, 15, 20 Jahren ein Eigenheim bauen oder kaufen will – der kann zwei Vorsorgeformen raffiniert koppeln: Riestern und Bausparen. Wir erklären, wie das geht und wann sich das rechnet.

Häuschen im Grünen: Davon träumen viele junge Familien. Foto: Fotolia

Häuschen im Grünen: Davon träumen viele junge Familien. Foto: Fotolia

Berlin. Kreditzinsen für Häuslebauer sind extrem niedrig. In 10, 15, 20 Jahren kann das ganz anders aussehen – womöglich stehen dann hohe Zinsen dem Traum vom Eigenheim im Weg. Man kann sich aber niedrige Zinsen lange im Voraus sichern: per Bausparvertrag. Und der lässt sich mit der staatlichen Riester-Förderung koppeln.

Beim Bausparen spart man über Jahre rund die Hälfte der frei vereinbarten Bausparsumme an – anschließend bekommt man die andere Hälfte als Kredit ausgezahlt. Der Zinssatz dafür steht schon beim Abschluss des Vertrags fest, obwohl man das Darlehen ja erst viel später beansprucht.

Allerdings: Anders als früher liegen die Zinsen für Bausparkredite deutlich höher als die für normale Immobiliendarlehen, wie die Stiftung Warentest aufgezeigt hat. „Unterm Strich wird sich Bausparen nur lohnen, wenn das Zinsniveau in den kommenden Jahren um mindestens 1,5 bis 2,0 Prozentpunkte steigt“, urteilen die Experten.

Bei Bausparverträgen in der Riester-Variante fließen die staatlichen Zulagen für die Riester-Rente sowohl in der Ansparphase als auch später bei der Tilgung des Darlehens direkt in den Bausparvertrag. Die Monatsraten sind daher niedriger als bei einem ungeförderten Vertrag mit gleicher Bausparsumme.

Es gelten die üblichen Riester-Regeln: Die nötige Sparleistung vorausgesetzt, deren Höhe vom Einkommen abhängt, gibt’s pro Jahr 154 Euro Zulage für den Sparer selbst plus 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind, bei älteren Kindern sind es 185 Euro pro Jahr. Dazu kommen oft Steuervorteile (auch das hängt vom Einkommen ab).

„In den Bauspar-Konditionen unterscheiden sich die Riester-Tarife kaum von ihren ungeförderten Schwestertarifen“, erklärt die Stiftung Warentest. Wer also sowieso riestern als auch bausparen möchte, kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Wie beim Riestern generell gilt eine ins Alter verschobene Steuerpflicht. Für die Berechnung der Steuer wird beim Riester-Bausparen ein fiktives „Wohnförderkonto“ genutzt (mehr dazu).

Ob mit oder ohne Riestern: Bausparen ist nach Berechnung der Stiftung Warentest grundsätzlich nur sinnvoll, wenn das Kapital später auch wirklich fürs Eigenheim verwendet wird. „Wenn Sie das Darlehen nicht nutzen, bleibt Ihnen nur ein schlechter Sparvertrag.“

Denn zum einen ist die Verzinsung des Guthabens während der Ansparphase extrem niedrig. Zum anderen entstehen relativ hohe Kosten durch die Abschlussgebühr und die Kontoführungsgebühren. Wer also nicht absolut sicher ist, dass er auf eine eigene Immobilie spart, sollte lieber andere Anlageformen wählen.


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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

Die Riester-Rente gibt es in vielen verschiedenen Formen. Eine lohnt sich besonders: die Eigenheimrente, besser bekannt als „Wohn-Riester“. Denn damit kann man jede Menge Geld sparen. Wie, erklären wir hier.

Für sichere Geldanlagen gibt es kaum noch Zinsen. Daher kann sich ein näherer Blick auf die Riester-Rente lohnen: Die bringt nämlich selbst bei 0 Prozent Zinsen noch anständige Erträge – wegen der staatlichen Förderung.

Wer seinen Lebensstandard im Alter ungefähr halten will, sollte unbedingt vorsorgen. Aber welche Vorteile haben Metall- und Riester-Rente? Und wo macht man sich am besten schlau? Ein Finanzberater gibt Tipps.

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