Guter Vorsatz: Mit dem Rauchen aufhören!

So befreien Sie sich von der lästigen Kippe


Heidelberg. Kaum ist der Sektkorken-Knall verhallt und das Feuerwerk erloschen, da quälen uns gute Vorsätze: „Weg mit der Kippe!“ steht bei jedem dritten Raucher auf der Liste der guten Vorsätze. Aber der Weg ist hart: „Ohne den Willen geht es nicht“, sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Dabei müsste die Motivation für die 18 bis 20 Millionen deutschen Raucher hoch sein: Rund 11.000 von ihnen sterben jedes Jahr an den Folgen des Rauchens wie Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Wer jedoch im mittleren Alter das Qualmen einstellt, lebt im Schnitt zehn Jahre länger. Und spart viel Geld: Ein Päckchen am Tag finanziert in einem Leben ungefähr ein Luxusklasseauto.

„Wohlfühlinseln“ nicht mit Rauchen verknüpfen

Aber Aufhören ist schwer, denn Rauchen macht abhängig. „Betroffene kämpfen mit körperlichen Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit und Unwohlsein“, berichtet Pötschke-Langer. Anfangs attackieren Durst und Hunger den Körper: „Für den ersten Tag ohne Zigarette sollte man frisches Obst einkaufen“, rät die Ärztin. Auch zuckerfreie Kaugummis, Tee und Wasser helfen über erste Entzugserscheinungen hinweg.

Eine weitere Hilfe ist die Nikotinersatz-Therapie: Der Körper verlangt nach dem Nervengift, das er sonst über Zigaretten aufgenommen hat. Die körperlichen Entzugssymptome lassen sich durch Nikotinpflaster, -kaugummi oder -tabletten lindern.

Solche Hilfsmittel stellen verschiedene Pharma-Unternehmen in Deutschland her. „Aber der Erfolg stellt sich nur ein, wenn eine hohe Motivation und ein starker Wille zum Rauchstopp bestehen“, mahnt Pötschke-Langer.

Doch auch die psychische Abhängigkeit gilt es zu bekämpfen. Das Rauchen ist in Ritualen des Alltags verankert – als Zigarette morgens zum ersten Kaffee, nach dem Mittagessen oder unter Freunden.

„Hier können eine Verhaltenstherapie helfen, ein Raucher-Tagebuch und der bewusste Ersatz durch neue Rituale“, so Pötschke-Langer. „Wichtig ist, diese lieb gewordenen Verhaltensmuster aufzubrechen und durch neue zu ersetzen.“ Sport sei ebenfalls eine gute Methode, um sich vom Entzug abzulenken: „Man darf die ,Wohlfühlinseln‘ im Tagesverlauf nicht mehr mit dem Rauchen verknüpfen.“ Übrigens: Viele Unternehmen wie Merck oder Heraeus bieten ihrer Belegschaft Nichtraucher-Kurse an. Der Chemie-Konzern BASF in Ludwigshafen setzte bereits vor längerer Zeit mit einer „Rauchfrei“-Aktion ein klares Signal: 1.578 Teilnehmer an 126 Standorten verzichteten für vier Wochen auf den blauen Dunst – und damit auf weltweit rund 870.000 Zigaretten.

Tipp: „Mit Rückfällen entspannt umgehen“, rät Pötschke-Langer. „Nicht das Ziel aufgeben, sondern mit dem Nichtrauchen weitermachen!“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang