Jetzt kommen die schlauen Uhren

Smartwatches: Das hat der neue Hightech-Trend zu bieten

Das Smartphone bei der Abendverabredung vor sich auf den Tisch legen, um bloß keine Mail oder Facebook-Nachricht zu verpassen? Das war einmal! Heute genügt ein dezenter Blick aufs Handgelenk, und man ist bestens informiert. Möglich machen das die sogenannten Smartwatches.

„Das sind Uhren, die Daten erheben und darstellen können“, erklärt Marco Zingler, Geschäftsführer der Digitalagentur Denkwerk in Köln und beim Bundesverband digitaler Wirtschaft (BVDW) Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen. „Sie verfügen also über Sensoren oder können sich mit einem anderen Gerät verbinden.“ Das ist in der Regel das Smartphone in der Hand- oder Hosentasche. Die vernetzten Uhren erhalten so Informationen aus dem Internet. Zukunftsmusik ist das keine mehr, denn die ersten Smartwatches sind bereits auf dem Markt.

Jeder Dritte würde eine Smartwatch tragen

Doch noch steht die Entwicklung am Anfang: „Smartwatches haben das Potenzial, ein ähnlicher Erfolg wie Smartphones und Tablet-Computer zu werden“, sagt Timm Hoffmann, Referent Consumer Electronics & Digital Media beim Hightech-Verband Bitkom.

„Mittelfristig wird sich ein ganzes Ökosystem neuer Services, Anwendungen und Zubehör für Smartwatches entwickeln, so wie wir es auch bei Smartphones und Tablet-Computern erleben“, ist er sich sicher. Allerdings hängt der Erfolg der vernetzten Uhren auch davon ab, wie sie sich bedienen lassen: „Bei kleinen Geräten stößt man schon heute an die ergonomischen Grenzen“, sagt Marco Zingler. „Wir erwarten, dass die Gestensteuerung in Zukunft die Bedienung der Geräte erleichtern wird.“

Bitkom hat übrigens im Juni 2013 eine Umfrage unter rund 1.000 Bundesbürgern ab 14 Jahren durchgeführt. Demnach hat etwa ein Drittel der Deutschen ein Interesse an einer Smartwatch – überwiegend sind dies allerdings Männer. Die Befragten sind laut Umfrage bereit, durchschnittlich rund 90 Euro für eine solche Erweiterung des Smartphones auszugeben.

Facebook, Notruf oder Herzfrequenzüberwachung

Smartwatches können zwar längst noch nicht so viel wie ein Smartphone, aber sie sind auf einem guten Weg. Die Sony SmartWatch 2 beispielsweise informiert mittels Vibration über eingehende E-Mails, Facebook- und Twitter-Nachrichten.

Samsung hat auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September in Berlin seine Smartwatch Galaxy Gear vorgestellt: Sie kann unter anderem auch fotografieren und kurze Videos aufnehmen. Die Qualität der Kamera ist allerdings noch nicht so gut wie die der neuesten Smartphone-Kameras. Außerdem gibt es bereits einige Apps für die Uhr, also kleine Zusatzprogramme – unter anderem von RunKeeper. Diese App unterstützt Läufer ganz individuell bei ihrem Training. Die Galaxy Gear hat laut Pressemeldung außerdem einen Notrufknopf. Wer ihn dreimal drückt, übermittelt einigen ausgewählten Kontakten eine Information mit den notwendigen Daten, um gefunden zu werden.

Auch der Autohersteller Nissan hat eine Smartwatch im September vorgestellt – allerdings auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt, und nicht auf der IFA. Sein Produkt heißt Nismo. Sie kann zusätzlich zu den Internetfunktionen beispielsweise die Herzfrequenz des Fahrers überwachen: Ist er noch fit genug, oder benötigt er eine Pause? „Gerade dieser Bereich Health Tracking bietet enormes Potenzial“, sagt Zingler. „So kann man beispielsweise lebenswichtige Funktionen älterer Menschen überwachen.“

Worauf man vor dem Kauf achten sollte

Wer sich für eine Smartwatch interessiert, sollte zuerst prüfen, ob das gewählte Modell mit dem schon vorhandenen Smartphone kompatibel ist. Auch die Zahl und die Art der möglichen Apps sollte bei der Wahl eine Rolle spielen. Hier kommt es darauf an, auf welchen Plattformen der Käufer bereits unterwegs ist, und was er von seiner Smartwatch erwartet. Im Internet liest man übrigens außerdem die Gerüchte, dass Google demnächst eine Smartwatch auf den Markt bringen soll, bei Konkurrent Apple wird es angeblich 2014 werden, bis ein möglicherweise iWatch genanntes Produkt zum Kauf angeboten wird.

In der folgenden Bildergalerie zeigen wir Ihnen Smartwatches, die bereits im Handel erhältlich sind oder die demnächst auf den Markt kommen:


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