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Smartphones machen Lust auf Hightech-Kameras

Frankfurt. Auf den ersten Blick sieht das nach einer dicken Krise aus: Im vergangenen Jahr wurden hierzulande nur noch 6,1 Millionen Digitalkameras verkauft, 2,3 Millionen weniger als 2009. „Das Smartphone verdrängt die einfachen Kompaktkameras“, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Doch für ihre Branche steckt darin auch eine Chance.

Allein im vergangenen Jahr legten die Deutschen sich 22 Millionen Smartphones zu. Sie werden so zu einem Volk von Fotografen, die mit ihrer „Immer-dabei-Kamera“ zu jeder Gelegenheit einen Schnappschuss einfangen.

Dabei gibt es die Handys mit Fotofunktion noch gar nicht so lang. Seitdem ist die Bilderflut angeschwollen, wie weltweite Zahlen des Internet-Konzerns Yahoo belegen. Rund 880 Milliarden Digitalfotos werden in diesem Jahr geschossen. Allein auf Facebook werden Minute für Minute 200.000 Bilder hochgeladen.

Trotzdem sei es nicht out, eine konventionelle Kamera zu kaufen, sagt Branchenkennerin Clauß: „Die Kunden verlangen jetzt höherwertige Technik.“ Sie schießen zwar gern mal schnell ein Foto mit dem Smartphone. Für die Familienfeier oder den Urlaub sind jedoch Apparate mit Wechselobjektiven gefragt. Dazu gehören Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras.

Knapp fünf Jahre bleibt eine neue Kamera im Einsatz

Im vergangenen Jahr verkauften die Hersteller hierzulande davon 1,2 Millionen Stück – rund 300.000 mehr als 2010. Dazu kamen noch einmal rund 1,9 Millionen Objektive, vom Weitwinkel bis zum Telezoom.

„Dieser positive Trend wird auch dieses Jahr anhalten“, prophezeit Clauß. Auslöser dafür ist auch das Smartphone. Es gilt als Einstiegsgerät, wie in früheren Jahren die Kompaktkamera. „Und es macht Lust auf bessere Fotos und mehr Anwendungsmöglichkeiten“, erklärt die Expertin.

Darauf setzen jetzt Hersteller wie etwa Olympus, Canon oder Sony. Sie bieten Kameras mit Smartphone-Betriebssystemen, die über WLAN mit Handy oder Tablet-PC kommunizieren. 300 Euro muss ein Kunde dafür investieren. Knapp fünf Jahre bleibt eine solche Kamera durchschnittlich im Einsatz.

Wie ambitioniert die Deutschen damit umgehen, belegt eine weitere Zahl: Fast acht Millionen individuelle Fotobücher haben sie 2013 erstellt, 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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