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Auf die Bretter, fertig, los!

Skifahren: Wintersportler werden immer anspruchsvoller – die Branche rüstet auf

Skifahren ist bei den Deutschen nach wie vor beliebt. Aber der traditionelle Sport auf den Brettern verändert sich permanent. Interessante Fakten rund um den beliebten Wintersport lesen Sie hier.

Auf der Piste: Skifahren ist in manchen Gebieten sogar ganzjährig möglich. Foto: Adobe Stock

Auf der Piste: Skifahren ist in manchen Gebieten sogar ganzjährig möglich. Foto: Adobe Stock

Frisch eingeweiht: Der Achter-Sessellift im hessischen Willingen. Foto: dpa

Frisch eingeweiht: Der Achter-Sessellift im hessischen Willingen. Foto: dpa

Runterrattern: Rodelpisten für Nicht-Skifahrer. Foto: Adobe Stock

Runterrattern: Rodelpisten für Nicht-Skifahrer. Foto: Adobe Stock

Gehört dazu: Hüttenzauber zwischendurch. Foto: Adobe Stock

Gehört dazu: Hüttenzauber zwischendurch. Foto: Adobe Stock

Köln/München. Ein Achter-Sessellift, der pro Stunde 3.000 Personen auf den Berg bringt, dazu eine mit energieeffizienter LED-Technik beleuchtete Piste. Die 15 Millionen Euro schwere Investition, Deutschlands modernste Anlage dieser Art, wurde gerade im hessischen Willingen eröffnet.

Rund 600 Kilometer weiter südlich im Skigebiet am Königssee im Berchtesgadener Land ist seit dieser Saison die neue Jennerbahn in Betrieb. Zehnerlifte, barrierefrei mit Platz für Rollstuhl und Kinderwagen. Kostenpunkt: knapp 50 Millionen Euro. Die Skigebiete rüsten auf.

Sieben Millionen Deutsche fahren regelmäßig Ski

In ganz Deutschland gibt es 4.200 Wintersportvereine mit 750.000 Mitgliedern insgesamt. Hinzu kommen noch die Hobbyskifahrer. „Wir sprechen da von gut sieben Millionen Menschen, die regelmäßig alpin Ski fahren, und weiteren vier Millionen Skilangläuferinnen und Skilangläufern. Die Zahl ist seit Jahren stabil auf diesem hohen Niveau“, sagt Professor Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Nach Angaben des internationalen Reports über Schnee- und Bergtourismus kommen nur noch aus den USA mehr Skifahrer.

Skischulen spezialisieren sich

63 Prozent der in Deutschland sportlich Aktiven machen Wintersport, auch unter den über 60-Jährigen. „Diese Gruppe betreibt zunehmend mehrere Wintersportarten vom alpinen Skifahren bis zum Winterwandern“, so Roth.

Darauf stellen sich Skischulen ein. 650 gibt es bundesweit. 30.000 Lehrer vermitteln Abfahrt, Langlauf, Snowboard. „Der Wettbewerbsdruck wird höher“, erklärt Andreas König vom Deutschen Skiverband. Daher müssen sich die Schulen spezialisieren, wie etwa auf Senioren, auf Snowboarder, auf Anfänger oder auf Kinder.

Faltbare Ski und per App gesteuerte Socken

Und wenn die erst einmal fahren können, wollen sie perfekt planierte Pisten, wenig bis gar keinen Andrang vor den Gondeln, Hüttenzauber direkt um die Ecke, das Spa zum Entspannen danach ebenfalls – und natürlich Schneesicherheit. „Die Urlauber werden anspruchsvoller, und darauf stellen sich die Tourismusverbände ein“, so König. „Das kostet natürlich Geld und wird über die Skipässe umgelegt.“

Auch im Hinblick auf die Ausrüstung steigt der Anspruch. Skier werden immer komfortabler. Inzwischen gibt es faltbare Ski, sogenannte Split Ski, die einfacher zu transportieren sind. Ein weiteres innovatives Produkt ist der individuelle Ski. Bei der Herstellung werden biometrische Daten des Fahrers wie Alter, Gewicht, Größe und Fahrverhalten berücksichtigt.

Beheizte Sohlen, Socken, Handschuhe gehören für viele schon zur Standardausrüstung. „Die lassen sich inzwischen auch per App steuern“, sagt König.

Skifahren in Norddeutschland

Wer nicht in der Nähe eines Skigebiets wohnt, muss nicht zwangsläufig einen weiten Weg auf sich nehmen, um in den Schnee zu gelangen. Bundesweit gibt es fünf Skihallen (Neuss, Bottrop, Senftenberg, Bispingen und Wittenburg bei Hamburg).

„Die eignen sich sehr gut für Anfänger oder solche, die ihre Fähigkeiten noch mal auffrischen wollen“, sagt König. Allerdings müssen die Betreiber neben der Skihalle noch mehr anbieten, damit Besucher auch im Sommer kommen: Kletterhalle, Hotel, Golfplatz.

In den Hallen, aber auch in den Bergen gibt es natürlich auch Angebote für diejenigen, die zwar den Schnee lieben, aber nicht das Skifahren. König: „Die meisten Skigebiete bieten eine Infrastruktur für andere Aktivitäten. Rodeln, Schneeschuhwandern oder Schlittschuhlaufen werden beliebter.“


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