Ausflugsziele in luftiger Höhe

Seilgärten: Gut gesichert hoch hinaus

Immenstadt/Schönberg/Garmisch-Partenkirchen. Sie heißen „Grüne Mamba“, „Affenhimmel“ oder „Leuchtender Pfad“: In mehr als 80 Seilgärten Bayerns können Kinder und Erwachsene zwischen hohen Pfosten und grünen Wipfeln herumklettern und Mut und Muskeln testen. An Mini-Seilbahnen geht es durch die Luft, schwankende Bretter-Brücken und Netze gilt es zu überwinden – am Stahlseil gesichert mit Karabiner und Gurt.

Das Abenteuer in den Bäumen lockt bundesweit etwa zwei Millionen Besucher jährlich in die rund 500 Klettergärten der Republik. Das schätzt die European Ropes Cours Association (ERCA), in der sich Betreiber von Seilgärten zusammengeschlossen haben. „Kletterparks sind von Menschen fast jeden Alters nutzbar“, sagt Ulrike Mai, die Vorsitzende des Verbands. „Man muss nicht besonders sportlich sein.“ Die Angebote sind unterschiedlich schwierig, so findet jeder etwas Passendes. Die Expertin rät: „Am besten, man informiert sich vorab, ab welchem Alter und welcher Körpergröße in der Anlage geklettert werden darf.“

Die „Bärenfalle“ in Immenstadt im Allgäu ist Bayerns größter Kletterwald. Schon die Minis legen dort los. Den „Teddybär“-Parcours knapp über dem Boden können Sechsjährige in Angriff nehmen. Es geht aber auch höher. Die kniffligsten Kletterstellen in dem Bergwald liegen in 20 Meter Höhe. Krönender Abschluss: ein Flug mit dem „Fliegenden Bär“. Eine riesige Holzleiter führt zu der Seilbahn hinauf.

Damit nichts schiefgeht, gibt es zu Beginn eine Einweisung in den Park. Viele Betreiber verwenden ein System mit verbundenen Sicherungshaken. Ist ein Karabiner offen, blockiert der andere so lange, bis der erste wieder am Seil eingehängt und verriegelt ist.

Meist überwachen mehrere Trainer die Parcours. Traut sich ein Kletterer nicht weiter, bringen sie ihn an Zwischenausstiegen wieder sicher auf den Boden zurück.

Ist die Tour geschafft, einfach oben sitzen, Beine baumeln lassen und die Aussicht genießen: etwa auf die Zugspitze im Hochseilgarten Garmisch. Einige der Rundgänge dort, etwa die „Ois-Easy“-Tour, sind besonders für Kinder und Einsteiger geeignet.

Sogar Rollstuhlfahrer können in der Luft über Wippen und Hängebrücken fahren. Der Naturhochseilpark Schönberg im Bayerischen Wald hat neben Parcours für Kletterer eigens Wipfelpfade für körperlich und geistig behinderte Menschen angelegt.

Auch Firmen nutzen die Parks. Denn Klettern stärkt den Zusammenhalt. In Teamseilgärten, etwa dem Monte Kaolino in Hirschau (Oberpfalz), sind die Hindernisse so gebaut, dass man sie nur mithilfe der Kollegen überwinden kann.


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Nur wandern – wie langweilig. Wer den Nervenkitzel will, schwebt in Kletterparks zehn Meter über dem Boden und hangelt sich über Bretterbrücken. Der neueste Kick im Sommer: In Kurvenseilbahnen durch Baumwipfel rasen.

Wer den Sommer daheim in Deutschland verbringt, muss auf jede Menge Fun und Action nicht verzichten. Ob beim Klettern, Rodeln oder Skifahren: Wir verraten Ihnen, wo Sie außergewöhnliche Kurztrip-Abenteuer erleben können.

Die Hochseilparks in Baden-Württemberg bieten Nervenkitzel in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vom „Eichhörnchen-Parcour“ für die Kleinsten bis zum „Albtraum“ auf 16 Meter Höhe.

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