Tipp der Woche

Schnäppchen-Jagd für Aufgeweckte


Einkauf im Pyjama: Bei manchen Angeboten muss früh aufstehen, wer Erfolg haben will. Fotos: fotolia (5); Montage: Roth

Gar nicht sooo exklusiv: Einkaufsgemeinschaften im Netz

Ob „Buy VIP“ oder „Vente privée“: Was als Verkauf unter Ausschluss der Öffentlichkeit daherkommt, ist oft nichts anderes als eine Schnäppchenjagd  im Internet. Mitmachen kann sich lohnen.

Zwar muss man zu solchen Einkaufsgemeinschaften alias „Shopping Communities“ zunächst einmal Zutritt bekommen. Dann aber winken täglich satte Rabatte.

Mitglied werden ist nicht schwer

„Um Teil der Einkaufsgemeinschaft zu werden, benötigt man oft eine Einladung von einem anderen Mitglied. Dazu kann man sich aber bei einigen Plattformen auf eine Warteliste schreiben lassen“, erklärt Georg Tryba, Internet-Spezialist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Lange müsse man dann nicht warten, bis man angeworben wird: Alte Mitglieder bekämen häufig Gutscheine, wenn ein von ihnen vermittelter Neuling erstmals bestellt.

Manchmal kommt der Zugang frei Haus: Große Online-Händler legen der bei ihnen bestellten Ware immer mal wieder Werbe-Zettel mit Passwörtern für Shopping Communities bei. Einige Plattformen verlangen ohnehin nur eine normale Registrierung.

Ist man einmal drin, kommt täglich eine E-Mail mit den aktuellen Angeboten. Vor allem bei Mode kommt es vor, dass gängige Größen nicht dabei sind – oder es nur ein paar Exemplare davon gibt. Also muss schnell sein, wer ein Schnäppchen machen will!

„Startet der Verkauf morgens um 7 Uhr, ist oft eine Viertelstunde später alles ausverkauft“, weiß Tryba. Das hat einen einfachen Grund: „Die Preise sind oft wirklich sehr günstig.“

Einige Anbieter werben mit Rabatten von 60 oder 70 Prozent. „Ob das stimmt, lässt sich nur schwer nachvollziehen“, sagt der Experte. Vielfach gehe es um Saison-Ware oder Restposten, so dass sich der anfängliche Preis kaum noch ermitteln lasse. Klar sei aber: „Vergleicht man Preise bei Einkaufsgemeinschaften mit denen für die gleiche Ware auf Auktionsplattformen, dann schneiden die Einkaufsgemeinschaften häufig deutlich besser ab.“

Das bestätigt Achim Himmelreich, Fachbereichsleiter E-Commerce beim Bundesverband Digitale Wirtschaft: „Zwar wird auch der stationäre Handel nach einem halben Jahr nicht mehr den Ursprungspreis verlangen. Aber im Vergleich zum heruntergesetzten Preis im Laden sind die Produkte online noch bis zu 40 Prozent günstiger.“

Ein Haken ist allerdings bei der Sache. Dem schnellen Einkauf folgt oft keine schnelle Lieferung – dann heißt es: warten. „Das ist ein Frust-Faktor bei Einkaufscommunities“, sagt Verbraucherschützer Tryba. Es könnten vier Wochen ins Land gehen, bis die Ware ankommt: „Manche Kunden haben bis dahin längst vergessen, was sie gekauft haben.“

14 Tage Bedenkzeit

Der Grund für die lange Wartezeit? „Einige Plattformen sammeln erst eine bestimmte Anzahl Bestellungen, bevor sie sie weiterreichen“, sagt der E-Commerce-Experte Himmelreich. Zudem haben Internet-Dienstleister oft kein Lager: Der Hersteller sendet die Ware an den Plattform-Betreiber, von dort geht sie dann an den Kunden weiter. „Und das dauert oft.“

Wenn einem das Schnäppchen dann doch nicht gefällt, ist das kein Problem. Beim Online-Kauf hat man ein Widerrufsrecht: Man kann Ware 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen zurückschicken und bekommt sein Geld zurück.

Und wenn ein im Netz gekauftes Produkt kaputt geht, gilt die ganz normale zweijährige Gewährleistung (umgangssprachlich auch „Garantie“ genannt).

Info: Start-Seiten

Schnäppchen-Portale gibt es einige – Einsteiger können zum Beispiel ansteuern:

www.brands4friends.de

www.buyvip.de

www.guut.de

www.limango.de

www.preisbock.de

www.vente-privee.de

 

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