Leserfrage

Sanierung: Was tun, wenn Klage droht?

Dach-Dämmung: Je älter ein unsaniertes Gebäude ist, desto eher rechnet sich eine energiesparende Modernisierung. Foto: dpa

Susanne K. aus Bielefeld: Ich wohne in einem 1975 erbauten Haus mit 14 Wohnungseigentümern. Wir möchten energetisch sanieren (Dach, Fenster und so weiter) und haben das auch mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen. Aber eine Eigentümerin stellt sich quer, weil sie keine Dachsanierung will, sondern nur mal hier, mal da reparieren. Falls sie unseren Beschluss anficht: Können wir die Sanierung jetzt trotzdem einfach durchführen? Und wenn der Richter ein Urteil fällen würde, das zu ihren Gunsten ausgeht: Müssten die Sanierungen dann rückgängig gemacht werden?

AKTIV: „Geht ein Eigentümer, der mit einem Beschluss nicht einverstanden ist, vor Gericht, kann es dauern, bis ein Urteil gefällt wird“, weiß Michael Beuger, Anwalt mit Schwerpunkt Bau- und Immobilienrecht in der Kölner Kanzlei Wilde Beuger Solmecke. „Die Eigentümergemeinschaft kann jedoch mit der Sanierung bereits beginnen, denn sie hat ja einen Beschluss gefasst. Und der gilt so lange, bis ein Gericht ihn – gegebenenfalls – für unwirksam erklärt.“ Bei Gefahr im Verzug sei die Gemeinschaft sogar verpflichtet, sofort mit der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zu beginnen.

Urteilt das Gericht später gegen die Eigentümergemeinschaft, gibt es keine Rechtsgrundlage für die schon ausgeführten Maßnahmen mehr: „Dann muss die Eigentümergemeinschaft gegebenenfalls einen neuen Beschluss fassen“, rät Beuger. Bereits ausgeführte Maßnahmen müssten aber in der Regel nur dann zurückgebaut werden, wenn der klagende Eigentümer in der Nutzung seines Sondereigentums eingeschränkt worden oder dessen Wert dadurch gesunken ist.


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