Freizeit-Trend

Rocker sind die Pisten-Schlager


Neue Ski und andere Trends ─ im Laden und in der Natur

 

 

Straubing/Kirchheim/Teck. Rocker im Schnee? Nein, nicht die Motorradfahrer in schwarzen Lederjacken erobern die Pisten in den Alpen.

 

 

 

Rocker: Das sind die neuen Ski – die Renner auf dem Hang, ob am Arlberg oder in Oberstdorf. Sie verdrängen als Verkaufshit eiskalt die schmaleren Carving-Ski, die es seit rund 20 Jahren gibt.

 

 

 

Gebogen wie ein Schaukelstuhl

 

 

 

„Von unserem gesamten Verkauf machen die Rocker jetzt schon 70 Prozent aus“, sagt Udo Stenzel. Er ist Deutschland-Chef von Völkl im niederbayerischen Straubing – dem letzten verbliebenen Skihersteller in Deutschland.

 

 

 

„Die Entwicklung zum breiten Ski ist rasant“, stellt Stenzel fest. Aber Rocker sind nicht nur breiter als die taillierten Carver. Die Spitze und das Ende biegen sich stärker als üblich nach oben – wie bei einem Schaukelstuhl (auf Englisch Rocker).

 

 

 

Zudem haben die neuen „Bretter“ keine sogenannte Vorspannung. Das heißt, sie sind – von der Seite betrachtet – in der Mitte nicht nach oben gewölbt, sondern flach.

 

 

 

Und die äußersten Punkte, mit denen der Ski Kontakt zum Schnee hat, liegen näher zusammen als bei anderen Modellen. Der Vorteil: Der Ski lässt sich leichter drehen. Dank dieser „Servo-Lenkung“ spart der Fahrer Kraft.

 

 

 

Doch bei blitzschneller Fahrt fängt die stark gebogene Spitze – Schaufel genannt – das „Flattern“ an, besonders auf harten Pisten. Die Hersteller haben auf dieses Problem reagiert. „Wir haben die Rocker-Spitze verstärkt, damit sie ruhig läuft“, sagt Stenzel.

 

 

 

Stöcke für mehr Sicherheit

 

 

 

Den Rocker gibt es mittlerweile in verschiedenen Varianten: Mal ist das Ende flach, mal sind sie in der Mitte nicht ganz so breit, mal leicht gewölbt, mal stärker. Stenzel nennt den Grund dafür: „Wir haben Rocker für alle Schnee- und Pistenverhältnisse und auch für Einsteiger.“

 

 

 

 

 

 

 

Den Sporthandel freut’s: „Rocker sind mit Sicherheit keine Eintagsfliege“, jubelt Carina Kaiser von „Sport 2000“, einem Einkaufsverband mit mehr als 700 Fachhändlern in Deutschland. Kaiser wagt die Prognose: „In drei Jahren werden die Rocker 90 Prozent des Skiverkaufs ausmachen.“ In dieser Saison seien es schon fast zwei Drittel.

 

 

 

Immer beliebter sind auch die Skistöcke „Trigger S“ von Leki in Kirchheim/Teck bei Stuttgart: Die Schlaufe, in die der Fahrer den Handschuh steckt, wird in den Griff am Stock eingeklickt.

 

 

 

Das geht leicht und bringt mehr Sicherheit. Bei einem Sturz klickt sich die Schlaufe automatisch aus. Heidi Kreusel, Marketing-Leiterin von Leki: „Die Gefahr, sich etwa die Hand zu verletzen, ist so wesentlich geringer.“

 

 

 

Wer auf dieses Risiko ganz verzichten will, entscheidet sich fürs Winterwandern. Auch das ist ein cooler Trend: „Unabhängig vom Alter gibt es immer mehr Menschen, die gerade im Winter in den Bergen Ruhe und Kraft suchen“, sagt Andreas Casdorff, Manager im Touristik-Konzern TUI.

 

 

 

In den Urlaubsorten werden deshalb immer mehr geführte Touren angeboten, vor allem mit Schneeschuhen. Und die sind sogar noch breiter als die Rocker-Ski.

 

 

 

 

 

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