Finanzexpertin gibt Tipps für den Alltag

Richtig sparen: Dabei helfen ein paar praktische Faustregeln!

Vernünftig mit dem lieben Geld umgehen – das ist viel einfacher, als man denkt: Man muss sich eigentlich nur an ein paar wichtige Grundregeln halten. AKTIV hat sich das von einer Verbraucherschützerin erklären lassen.

Manchmal knifflig: Am Ende soll alles zusammenpassen. Foto: Plainpicture

Manchmal knifflig: Am Ende soll alles zusammenpassen. Foto: Plainpicture

Hamburg. Ein schickes Auto, ein gemütliches Eigenheim und natürlich ein dickes Polster fürs Alter: Das zahlt man nicht aus der Portokasse – sparen muss also sein. Wer dabei einige Grundregeln beachtet, hat schnell mehr vom hart verdienten Geld.

Erst mal tilgen

Kreditzinsen sind praktisch immer höher als irgendwelche Sparzinsen. „Vor allem, wenn das Girokonto chronisch im Minus ist, sollte man zuerst den teuren Dispo wieder ausgleichen“, rät Kerstin Becker-Eiselen, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch bei anderen Verbraucherkrediten gilt: Erst mal nicht weiter andere Konten besparen, sondern die Rückzahlung so weit wie möglich hochdrehen.

Rücklage bilden

Ein Notgroschen sorgt dafür, dass nicht jede Sonderausgabe den teuren Dispo strapaziert oder gar in die persönliche Finanzkrise führt. „Wir empfehlen, etwa zwei bis drei Nettogehälter auf einem Tagesgeldkonto anzusparen“, so Becker-Eiselen. Wichtig sind auch die existenziellen Versicherungen: Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitspolice. Erst wenn diese Punkte abgehakt sind, sollte man anderweitig Geld zurücklegen.

Sparziel anpeilen

Immer wieder ist zu hören, dass man 10 oder gar 20 Prozent des Gehalts sparen soll. Klingt gut, ist aber für viele schlicht nicht machbar. „Sinnvoll ist es, da ganz individuell zu rechnen“, sagt die Finanzexpertin. Also: Einnahmen und Ausgaben checken – unnötige Posten streichen – und dann so viel sparen, wie eben am Ende übrig bleibt.

Durchblick behalten

„Viele Finanzprodukte sind so kompliziert, dass selbst Experten sie nicht genau verstehen“, so die Erfahrung der Verbraucherschützerin. Unwahrscheinlich, dass da der kleine Sparer profitiert. Deshalb: Finger weg, wenn man nicht ganz genau kapiert, was man da eigentlich unterschreiben soll. Was ebenfalls sicher ist: „Höhere Renditen bedeuten immer auch ein höheres Risiko, sein Geld zu verlieren“, warnt Becker-Eiselen. Wer Geld wirklich sicher anlegen will, muss die derzeit total niedrigen Zinsen also leider zähneknirschend akzeptieren.

Flüssig bleiben

Erstens kommt es im Leben immer anders – und zweitens, als man denkt … „Man sollte die Laufzeiten der Anlagen so wählen, dass man bei Bedarf zumindest an einen Teil seines Geldes ohne Verluste wieder herankommt“, rät die Expertin.

Inflation mitdenken

Im Rückblick betrachtet, halbiert sich etwa alle 25 bis 30 Jahre der Geldwert. 1.000 Euro von heute haben in ferner Zukunft also nur noch etwa 500 Euro Kaufkraft. Das sollte berücksichtigen, wer langfristig fürs Alter spart.


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