Eigenheim: Wie viel geht wirklich?

Richtig rechnen beim Immobilienkauf

Der wichtigste Kauf im Leben: Die eigene Immobilie. Foto: Roth

Stuttgart. Die Zinsen sind auf Rekordtief – das macht den Erwerb eines Häuschens einfacher. Mancherorts erscheint Kaufen sogar billiger als Mieten. Aber – geht diese Rechnung wirklich auf?

Bei der Kalkulation sollte man sich nicht blind auf die Rechenkünste der Bankberater verlassen, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat: Testkunden wurden beispielsweise unpassende Darlehen oder zu hohe Kreditraten angeboten. Zudem werben Banken mit Raten, die scheinbar jeder zahlen kann. Solche (früher üblichen) Kredite mit nur 1 Prozent Anfangstilgung sind aber nicht empfehlenswert – weil es extrem lange dauert, bis man alles abgezahlt hat.

Zum Kaufpreis kommen noch etwa 15 Prozent dazu

Clevere prüfen also zunächst selbst, wie viel Haus sie sich wirklich leisten können. Solide Rechner im Internet machen das kostenlos und schnell möglich.

Den zentralen Zusammenhang erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: „Wie hoch der Kredit sein darf, hängt davon ab, welche Monatsrate man bezahlen kann und wann man schuldenfrei sein will.“ Die Rate sollte möglichst hoch, aber auch nicht zu hoch gewählt werden – man will sich ja nicht jahrelang jedes Extra vom Munde absparen müssen, nur weil die Baufinanzierung noch läuft.

Und Eigenheime sind im Unterhalt teurer als Mietwohnungen: Ideal ist es daher laut Nauhauser, wenn man die Immobilie schon einige Jahre vor Rentenbeginn abgezahlt hat, damit man dann noch Rücklagen für spätere Reparaturen aufbauen kann.

Neben dem eigentlichen Preis der Immobilie fallen beim Kauf noch diverse Nebenkosten an. Unvermeidbar sind der Notar, der Grundbucheintrag und die je nach Bundesland unterschiedlich hohe Grunderwerbsteuer. Dazu kommen womöglich eine Renovierung, der Umzug und oft noch ein Makler. „Diese vielen kleinen Beträge können leicht 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen“, warnt Nauhauser. Bei einem Haus für 250.000 Euro sind das fast 40.000 Euro extra!

Der Kredit kostet umso mehr, je weniger eigenes Vermögen man einbringt. Mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten sollten es schon sein. Bis auf einen großzügig kalkulierten Notgroschen steckt man also am besten das gesamte Ersparte ins Projekt. „Auch alle Sparverträge gehören auf den Prüfstand“, rät Nauhauser, „weil die Zinsen dafür meist niedriger sind als der Kreditzins.“

Tipp: Auf aktiv-online.de/immobilien finden Sie weitere AKTIV-Artikel zum Thema Eigenheim.

Schon Gewusst?

Rechner im Netz

Im Internet gibt es viele praktische Tools – eine Auswahl:


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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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