Ultrabooks

Revolution in Sicht


Beide sind von Toshiba: Aber das alte Notebook aus den 80ern und das moderne Ultrabook von heute trennen Welten – nicht nur optisch. Fotos: fotolia, Rama, Werk; Montage: Roth

Schnell, flach, leicht – und die neueste Entwicklung auf dem Notebook-Markt

Berlin. Der Unterschied zwischen Museum und Moderne – in der Computer-Branche machen ihn schon einige Jahre aus. Und was für die Technik gilt, trifft auch auf die Geräte zu. Notebook, Netbook, Subnotebook, Tablet-PC: Dauernd kommt etwas Neues.

Entwickler des Chip-Herstellers Intel, des Weltmarktführers für PC-Prozessoren, haben sich nun das „Ultrabook“ einfallen lassen. Die Marke wurde im vergangenen Herbst eingeführt, um den Massenmarkt für tragbare Rechner zu revolutionieren. Noch liegt der Preis bei rund 1.000 Euro.

In Sekunden hochgefahren

Die Geräte mit den Intel-Chips leisten so viel wie ein klassisches Notebook. Zugleich sind sie aber flacher und leichter. Außerdem fahren sie viel schneller hoch, und ihr Akku hält deutlich länger. Intel hat genaue Vorgaben gemacht, die Computer-Hersteller zu beachten haben, wenn sie ihr Gerät Ultrabook nennen wollen (siehe unten).

Vor allem mit der schnellen Betriebsbereitschaft orientiert man sich an Maßstäben, die der Hersteller Apple auf dem Markt gesetzt hat. Er bietet bereits seit 2008 das mit einem Ultrabook vergleichbare „MacBook Air“ an. Auch die sogenannten Tablet-Computer wie das handliche iPad von Apple gewinnen wegen ihrer Alltagstauglichkeit immer mehr Anhänger. Sie sind in Sekundenschnelle einsatzbereit.

„Bei einem Ultrabook ist es ähnlich, beim Aufklappen ist alles da“, sagt Michael Schidlack, der beim Branchenverband Bitkom den Bereich Consumer Electronics leitet. Er hält das für den größten Vorteil der Ultrabooks gegenüber bewährten Notebooks. Die Geschwindigkeit macht vor allem der Einsatz sogenannter SSD-Festkörperlaufwerke (Solid-State-Drives) möglich.

Kreuzung zwischen Notebook und Tablet-PC

Die Laufwerke verbrauchen nicht nur weniger Energie als mechanische Festplatten und verlängern dadurch die Akku-Laufzeit. Sie lassen sich auch viel schneller lesen. Das verkürzt den Startvorgang eines Ultrabooks auf wenige Sekunden. Allerdings hat diese Technik auch ihren Preis.

SSD-Module kosten etwa das Zehnfache im Vergleich zu üblichen Festplatten. Große Speicher sind daher momentan kaum bezahlbar. „Und so schnell werden sich die Preise wohl auch nicht angleichen“, schätzt Bitkom-Mann Schidlack. Trotzdem sollen Ultrabooks schon bald für weniger als 750 Euro zu haben sein.

Für das schmale Design der Geräte wird auf optische Laufwerke für CD oder DVD verzichtet. Für Experte Schidlack ist das jedoch kein großer Nachteil: „Damit werden ohnehin häufig nur noch Filme geschaut.“ Zur Datenübertragung begnügen sich die Ultrabooks stattdessen mit einer USB-Schnittstelle.

Mit den aktuellen Modellen ist die Entwicklung jedoch noch nicht am Ende. Schon bald könnte die perfekte Kreuzung zwischen klassischem Notebook und Tablet-PC auf den Markt kommen: Künftige Ultrabooks sollen mit einem zweiten – berührungsempfindlichen – Bildschirm auf der Außenseite des Deckels ausgerüstet werden.

Fachleute gehen mittelfristig von einem Erfolg der neuen Computer-Generation aus. So rechnet das Marktforschungsinstitut „iSuppli“ damit, dass schon im Jahr 2015 mehr als 40 Prozent aller neuen Notebooks Ultrabooks sein werden.

Info: Das sind Ultrabooks

Intel macht den Computer-Herstellern klare Vorgaben, damit deren Modelle den Namen „Ultrabook“ tragen dürfen. Dazu zählen:

● Größe: Die Geräte sind extrem flach – sie dürfen maximal 21 Millimeter dick sein.

● Gewicht: Das zugelassene Gesamtgewicht beträgt nur 1,4 Kilogramm – rund ein Drittel leichter als klassische Notebooks.

● Geschwindigkeit: Ultrabooks müssen in weniger als sieben Sekunden hochfahren können.

● Akku-Laufzeit: Die Untergrenze für ein Gerät im Dauerbetrieb beträgt fünf Stunden.

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang