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Reiseführer ade: Apps und Websites der Tourismusbehörden helfen oft kostenlos

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Das passiert leider öfter: Im gedruckten Reiseführer wird ein bestimmtes Restaurant angepriesen – doch vor Ort stellen Sie fest, dass es nicht mehr existiert. Manchmal stimmen auch die Öffnungszeiten eines Museums nicht. Oder die abgedruckten Karten enthalten Fehler. Hinzu kommt: Ein dicker Reiseführer kann im Laufe eines Tages zu unnötigem Ballast werden. Außerdem verrät er im Zweifelsfall schon aus der Ferne, dass Sie Tourist sind. Und so wird man schneller mal Ziel von nervenden Verkäufern und Taschendieben.

Digitale Reisehelfer

Dabei kann es auch ganz anders gehen. Denn die Technik macht es möglich, auch den dicksten Schmöker aufs Tablet oder noch besser aufs Smartphone zu laden. Ein Handy hat heutzutage jeder in der Hand. So fällt es kaum auf, wenn Sie an der Straßenecke mit Blick auf den Bildschirm stehen bleiben, um sich zu orientieren. Allerdings haben die eBooks der Reiseführer oft den gleichen Fehler wie die gedruckten Ausgaben: Sie sind häufig nicht unbedingt aktueller.

Auch darum ist es spannend, was die offiziellen Tourismusbehörden von Ländern, Regionen und Orten machen: Sie bieten häufig Apps und eBroschüren an. Der Aufwand, sie zu aktualisieren, ist deutlich geringer als bei einem Buch. Wer sich also diese Informationen vor der Reise aufs Smartphone lädt, hat gute Chancen, aktuelle Infos bei sich zu tragen. Sie haben noch einen Vorteil: In aller Regel sind sie kostenlos.

Genf, Köln, Hongkong: einige Beispiele

Manche Tourismusbehörden sind ausgesprochen kreativ, wenn es darum geht, ihren Gästen nutzwertige Produkte anzubieten: Auf der Tourismusseite von Ibiza beispielsweise können sich Wanderfreunde entsprechende Routen und Kartenmaterial herunterladen. Die Schweizer Tourismusbehörde bietet zum Beispiel für Genf eine App mit einem Stadtplan, den man auch offline nutzen kann. Dort sind neben Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen in der Nähe auch Geldautomaten angezeigt. Für Köln gibt es beispielsweise Apps für Rundgänge durch den Kölner Dom und den Zoo oder einen Skulpturenführer. Und Hongkong hat neben Apps mit Stadtspaziergängen zu verschiedenen Themen auch eine spezielle Touristen-SIM-Karte, die besonders günstig ist und die Onlinenutzung einiger Angebote auch im fernen Ausland ermöglicht.

Wie man dieses Material findet

In der Regel bieten die Tourismuszentralen der Länder ihre Internetseiten auch auf Deutsch oder zumindest auf Englisch an. Allerdings kann es passieren, dass Unterseiten dann plötzlich nur noch in der Landessprache existieren. Oft findet man spätestens nach einer kurzen Suche auf der Seite die weiterführenden Informationen – also Links, um sich Broschüren oder Apps herunterzuladen.

Die entsprechenden Seiten der Tourismusbehörden findet man übrigens, wenn man in eine Suchmaschine beispielsweise „Visit“ und den Namen des Landes, der Region oder Stadt eingibt oder „Tourismus“ und den entsprechenden Reisezielnamen, also beispielsweise „visit Madrid“, wenn man auf die Internetseite der spanischen Hauptstadt mit den Informationen für Touristen gelangen möchte. Dass man auf der richtigen Seite ist, erkennt man oft daran, dass „official“ oder „offiziell“ im Namen der Seite auftaucht.

Suche im App-Store

Eine weitere Möglichkeit ist, direkt im App-Store beziehungsweise im Google Play Store nach entsprechenden Angeboten zu suchen. Dazu genügt es, den Städte-, Länder- oder Regionennamen einzugeben. Dabei findet man zwar nicht zwingend ein Angebot der Tourismusbehörde, aber vielleicht eine andere sinnvolle Anwendung. Beispiel „Paris“: Für die französische Hauptstadt findet man so unter anderem eine App von RATP, dem öffentlichen Personen-Nahverkehr, um mit der Métro Paris zu erkunden.

Bevor man eine App herunterlädt, sollte man sich jedoch vergewissern, dass der Anbieter seriös ist. Das funktioniert ganz gut, wenn man den Namen des Anbieters mit einer Suchmaschine im Internet sucht und einen Blick auf das Ergebnis wirft: Ist es eine offizielle Seite? Bietet sie Informationen vielleicht auch auf Deutsch und Englisch? Gibt es ein Impressum? Apps sollte man übrigens immer in einem WLAN herunterladen, sonst kann das monatlich begrenzte Internet-Datenvolumen der Flatrate schnell aufgebraucht sein. Im Ausland kostet das außerdem noch zusätzlich Geld, wenn man keinen entsprechenden Vertrag hat. Allerdings gibt es in vielen europäischen Ländern kostenlose Hotspots.

Das Fremdenverkehrsamt fragen

Wer auf der entsprechenden Internetseite nicht weiterkommt, oder zu Hause vergessen hat, sich zu informieren, geht einfach ins Tourismusbüro in einer Stadt und fragt dort nach digitalen Angeboten. Oft gibt es in den Büros auch ein kostenloses WLAN um die Broschüren oder Apps herunterzuladen.

Manchmal findet man auf diese Weise auch ganz andere Anwendungen, wie beispielsweise den „Istory Path“ in der französischen Stadt Caen: Dort geht man im Schloss zur Kirche St. Georges. An einem fest installierten Tablet-PC kann man sich dann einen Rundgang aussuchen: Die Themen „Caen 1944“, „Das Schloss von Caen“ oder „Parks und Gärten“ stehen zur Verfügung. Der personalisierte „Istory Path“ wird zusammengestellt, indem man verschiedene Punkte, die man sehen möchte, auswählt. Dann wird ein QR-Code generiert, den man mit seinem Handy einlesen kann. Der Parcours wird schließlich auf dem Smartphone angezeigt.

Die EU-Staaten und ihre Reise-Services und -Infos

AKTIV hat für Sie einen Überblick zu den entsprechenden Seiten aller 28 Länder der Europäischen Union und aller Hauptstädte erstellt. Und zwar – wenn vorhanden – mit Links zu den digitalen Zusatzangeboten:


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aktualisiert am 15.12.2017

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