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Reifen selbst wechseln: 10 Tipps und Tricks, worauf Sie achten müssen

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Endlich sind die Minusgrade passé und auch Glatteis gehört der Vergangenheit an. Der Frühling ist da und damit auch die Zeit zum Wechsel: Ihr Wagen ist reif für seine Sommerreifen. Doch vor, während und nach der Montage gibt es einige Dinge zu beachten - gerade dann, wenn Sie selbst wechseln. AKTIV verrät Ihnen zusammen mit Bettina Hierath vom Automobilclub ADAC die wichtigsten Tipps und Tricks.

1. Sommerreifen checken

Haben die Pneus für die warme Jahreszeit überhaupt noch genug Profil? Vor der Montage unbedingt prüfen, ob noch ausreichend Gummi vorhanden ist. „Gesetzlich ist eine Mindestprofil-Tiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben. Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen noch mindestens drei bis vier Millimeter Restprofil“, sagt Bettina Hierath, Expertin für Test und Technik beim ADAC. Sind die Sommerreifen weiter heruntergefahren, sollten Sie sich vor dem Wechsel neue Pneus besorgen. Die richtige Größe steht im Fahrzeugschein.

2. Tipps zum Neukauf

Unbedingt zuvor Testergebnisse von Automobilzeitschriften oder Automobilclubs zurate ziehen. Denn das Vorhandensein des neuen EU-Reifenlabels (sieht so ähnlich aus wie ein Effizienzklasse-Label bei Elektrogeräten) sagt zu wenig über das Verhalten bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen aus. Die Tests hingegen geben darüber detailliert Aufschluss. „Bloß nicht am falschen Ende sparen – gute Reifen retten Leben“, sagt die Expertin. Spätestens nach acht Jahren sollten auch Sommerreifen erneuert werden, die noch genug Profiltiefe haben. „Nach dieser Zeit können Materialermüdungserscheinungen auftreten“, so Bettina Hierath.

3. Das richtige Werkzeug

Wer selbst wechselt, sollte dabei nicht zum Wagenheber im Kofferraum greifen. Der ist nur für Notfälle gedacht. „Sicher und komfortabel ist ein Rangierwagenheber“, sagt die ADAC-Expertin. „Der sorgt auf glattem und festem Untergrund für einen leichten Reifenwechsel. Zum Thema passende Schraubenschlüssel oder Radkreuze finden Autobesitzer alle wichtigen Angaben in der Bedienungsanleitung.

4. Die Vorbereitung

Vor dem Aufbocken die Handbremse anziehen und den ersten Gang einlegen. Alle Schrauben um eine Viertelumdrehung lösen. Erst dann kommt der Wagenheber zum Einsatz. Anschließend alle Schrauben komplett lösen und die Räder abnehmen.

5. Auf Sauberkeit achten

Wer mit seinem Fahrzeug vor dem Reifenwechsel in der Waschanlage war, ist schon einmal klar im Vorteil. Doch auch auf der Radauflagefläche sammelt sich Schmutz. Auf diese Flächen haben Sie im montierten Zustand keinen Zugriff. Deshalb unbedingt jetzt nachbearbeiten – entweder mit milden Haushaltsreinigern oder Spezialpflegemitteln für Felgen und Gummi. Unbedingt auch einen Kontrollblick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen.

6. Richtig montieren

Die Pneus mit dem noch besser erhaltenen Profil kommen immer auf die hinteren Räder. „Die Hinterachse ist zuständig für die Spurstabilität“, sagt Bettina Hierath. „Hier ist das Profil besonders wichtig.“ Die Reifen immer nur achsweise tauschen, Radschrauben zuerst über Kreuz leicht anziehen, dann mit dem vorgeschriebenen Drehmoment nachziehen. Die Werte stehen in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs.

7. Reifendruck überprüfen

Die erste Fahrt mit den neuen Reifen geht in jedem Fall zur Tankstelle - zum Reifendruck überprüfen. „Wer Sprit sparen will, kann den Reifen 0,2 Bar mehr als in den Herstellerangaben gönnen – aber nicht mehr“, sagt die ADAC-Expertin. Auf keinen Fall unter den Angaben des Fahrzeugherstellers bleiben. Ist der Druck zu gering, steigen Verschleiß und Spritverbrauch, auch die Sicherheit kann leiden.

8. Winterreifen checken

Der ADAC empfiehlt, auch bei den abmontierten Winterreifen vor dem Einlagern den Luftdruck um 0,5 Bar zu erhöhen. Auf ausreichende Profiltiefe achten. Winterreifen sollten nach sechs Jahren ausgetauscht werden, empfiehlt der ADAC. Das Herstellungsdatum verbirgt sich in der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Wer neue Winter-Pneus braucht, sollte mit dem Kauf nicht bis zum Start der kalten Saison warten, denn dann sind die guten Reifen schon vergriffen. „Die Reifentests kommen meist im Spätsommer heraus. Dann sollten Autofahrer schnell ordern“, rät Bettina Hierath.

9. Richtig einlagern

Die Winterreifen brauchen ein geeignetes Sommerquartier. Dunkle, trockene, saubere und kühle Orte wie Garage und Keller sind optimal. Pneus auf Felgen sollten immer übereinander liegend gestapelt oder einzeln an speziellen Wandhaken aufgehängt werden. Reifen ohne Felgen müssen senkrecht stehen. „Die Reifen sollten weder großen Temperaturschwankungen noch Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden“, warnt die Technik-Expertin. „Gerade die Sonne kann dem Reifen gefährlich werden, da die Kombination aus Sauerstoff und UV-Strahlung die Gummimischung spröde werden lässt.“ Auch ständige Feuchtigkeit minimiert die Lebensdauer der Gummis.

10. Nachkontrolle nicht vergessen

Nach etwa 50 gefahrenen Kilometern muss das Anzugsmoment der Schrauben noch einmal geprüft werden. Seit der Montage könnten diese sich auf den ersten Kilometern wieder ein wenig gelöst haben.


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