Urteil

Raucherpause: Firma kann Ausstempeln verlangen

Quarzen in der Werkhalle: Meistens nicht mehr erlaubt. Foto: Panthermedia

Früher konnte der Mann noch bei der Arbeit qualmen. Später musste er für jede Fluppe die Halle verlassen. Und ab 2013 gab dann eine Betriebsvereinbarung vor: Wer rauchen geht, muss ausstempeln. Das sah ein Lagerarbeiter nun partout nicht ein. Er forderte, Rauchzeit als Arbeitszeit zu werten – das sei früher ja auch so gewesen.

Vor Gericht scheiterte er damit aber krachend. Kein Beschäftigter dürfe annehmen, dass sein Arbeitgeber „ohne genaue Kenntnis über Umfang und Dauer der Raucherpausen auf täglich durchschnittlich 60 bis 80 Minuten Arbeitsleistung verzichtet“, heißt es im Urteil des Landesarbeitsgerichts Nürnberg (5.8.2015, 2 Sa 132/15).

Zudem würde eine Entlohnung der Raucherpausen alle nicht rauchenden Kollegen benachteiligen. Und letztlich würde die Firma mit solchen Extras zum Rauchen animieren – und damit die Gesundheit ihrer Leute gefährden.


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Schlagwörter: Recht Arbeitszeit

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