E-Bikes

Radeln mit Motor und Spaß


Waldershof/Coburg/Herzogenaurach. Fahrräder mit Elektromotor, die E-Bikes, werden immer beliebter: 1,3 Millionen surren mittlerweile auf deutschen Straßen und Wegen.

Über diesen Aufwärtstrend freut sich zum Beispiel Sebastian Förth. Er ist Produktmanager des Oberpfälzer Fahrradherstellers Cube. Und selbst begeisterter E-Bike-Fahrer, was er vorher nie gedacht hätte.

Jetzt radelt der 33-Jährige an den meisten Arbeitstagen auf einem Trekking-Bike mit Elektromotor zur Unternehmenszentrale nach Waldershof – 15 Kilometer eine Strecke.

„Mit dem Rennrad bin ich vorher nicht so oft gefahren“, erzählt Förth. „Das war zu anstrengend, auch weil es in unserer Gegend ganz schön rauf- und runtergeht.“

Nicht nur etwas für Senioren

Ob auf dem Land oder in der Stadt, Fahrräder mit Motorunterstützung sind gefragt. Unternehmen in Bayerns Metall- und Elektro-Industrie, darunter auch Autozulieferer, erkennen und nutzen Chancen auf dem jungen, wachsenden Markt.

Die Fahrradfirma Cube hat seit zwei Jahren sogenannte Pedelecs im Angebot – Räder mit Motorunterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer. Und sie startet jetzt mit einem neuen Produktprogramm richtig durch.

Im nächsten Frühjahr kommt eine ganze Serie in den Fachhandel: Stadt-, Trekking-Räder und Mountainbikes, zum Ladenpreis von 2.000 bis 4.000 Euro und alle mit Motoren von Bosch.

„Intern haben wir vorher heftig diskutiert“, berichtet Produktmanager Förth. „Vor allem, als es um die Motorisierung von Mountainbikes ging.“ Schließlich ist Cube deutscher Marktführer für Sporträder. Und E-Bikes befreien sich erst langsam vom Image, nur halbwegs fitte Senioren voranzubringen.

Förth hält diesem Pauschalurteil zwei Trends entgegen: Zum einen radeln wie er auch immer mehr Jüngere zur Arbeit, zum anderen können auf einem Mountainbike mit Motor selbst weniger Trainierte steile Bergwege hinaufstrampeln. Beides treibt die Nachfrage nach Elektrorädern an.

Neu auf diesem Markt ist der Autozulieferer Brose mit Stammsitz in Coburg. Das Unternehmen wirbt für seinen in den Fahrradrahmen eingebauten Antrieb: Er sei kleiner, effizienter und mit knapp dreieinhalb Kilogramm leichter als vergleichbare Produkte von Wettbewerbern. „Das Ganze basiert auf Motoren für die elektronische Lenkung in Autos“, berichtet Projektleiter Marco Klimmt. „Und wir haben Sensoren weiterentwickelt – für eine harmonische und dynamische Unterstützung des Radlers.“

Denn der Antrieb soll möglichst gleichmäßig, ohne ein Rucken und ohne Vibrationen funktionieren. Klimmt erwartet, dass sich auf dem Gebiet der Technik von E-Bikes noch viel tun wird. „Jetzt geht es gerade erst richtig los“, betont er. Ein Ansatzpunkt dafür sei zum Beispiel die Kraftübertragung vom meist in der Radmitte montierten Motor zum Hinterrad.

Auch der Wälzlager-Hersteller Schaeffler in Herzogenaurach bei Nürnberg tüftelt an Verbesserungen fürs Elektrorad. Gerade erst präsentierte er seine zweite Generation von Sensor-Tretlagern. Der Vorteil: eine noch kürzere Reaktionszeit der Motorsteuerung.

„Bis sich mithilfe unseres Spitzenprodukts ein Antrieb der Geschwindigkeit und der Trittfrequenz des Fahrers anpasst, legt dieser nur noch etwa zehn Zentimeter zurück“, erklärt Claus-Dieter Schilling, bei Schaeffler für E-Bikes zuständig.

Neu im Angebot des fränkischen Unternehmens ist ein sogenannter elektrischer Schalt-Aktor. „Der erkennt genau den richtigen Zeitpunkt, um automatisch in einen höheren oder niedrigeren Gang zu schalten“, sagt Schilling.

Zusammen mit dem Sensor-Tretlager sorge das für komfortables Fahren. „Und Kette und Getriebenabe verschleißen nicht so schnell.“ Der Vorteil für die Radler: Sie haben länger Spaß auf und mit ihrem E-Bike.

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Fahrradmarkt

Elektro-Flitzer legen zu

• Der deutsche Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) rechnet damit, dass in diesem Jahr hierzulande rund 430.000 E-Bikes verkauft werden – 13 Prozent mehr als 2012. Vor sechs Jahren waren es erst 70.000. 2018 hält der ZIV rund 600.000 für möglich.

• Der gesamte deutsche Fahrradmarkt kommt dagegen seit Jahren nicht vom Fleck: Etwa vier Millionen Stück, so die Verbandsprognose, werden auch heuer wieder verkauft.

Unternehmen in diesem Artikel

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

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i_Park Klingholz 13
97232 Giebelstadt

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CUBE Bikes Pending System GmbH & Co. KG

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CUBE Bikes Pending System GmbH & Co. KG
Ludwig-Hüttner-Straße 5-7
95679 Waldershof

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Schaeffler Technologies AG & Co. KG

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Schaeffler Technologies AG & Co. KG
Georg-Schäfer-Straße 30
97421 Schweinfurt

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