Weiterbildung

Profi für alle Fälle


Die einzigartige Meisterausbildung beim Federn-Spezialisten Scherdel

Marktredwitz. Nach der Grundausbildung im Betrieb noch eine Meisterprüfung draufsatteln: Diese Art der Weiterbildung nutzen viele Beschäftigte in der Metall- und Elektro-Branche. Und unterstützen damit ihr berufliches Fortkommen.

Die Firma Scherdel in Oberfranken, Hersteller für Spezialfedern, geht noch einen Schritt weiter. Sie fördert nicht nur solche Schulungen, sondern bietet selbst eine Weiterbildung zum „Scherdel-Meister“ an. Anders als beim Meisterkurs der Industrie- und Handelskammern können Mitarbeiter dabei ihr Wissen im Fachgebiet „technische Federn“ vertiefen.

Mit Begeisterung hat Scherdel-Mitarbeiter Ronald Seitz (45) diese zweijährige Weiterbildung absolviert  – und Grundlegendes über  Produktentwicklung, Werkstoff-, Betriebs- und Fertigungstechnik sowie Eigenschaften von technischen Federn gelernt.

Pauken für die Karriere

„Das war für mich ideal“, sagt der gelernte Federmacher und Industriemechaniker. „70 bis 80 Prozent des Lernstoffes kann ich  in meiner Arbeit verwenden.“ Dazu gehören neben Fachwissen wichtige Dinge wie Kostenrechnung, Investitionsplanung, arbeitsrechtliche Regelungen und Mitarbeiterführung.

Seit mehr als 25 Jahren arbeitet Seitz in seinem Beruf.  „Federn, das ist einfach mein Leben“, sagt er. Doch durch die Fortbildung zum „Scherdel-Meister“ hat sich für ihn einiges verändert: „Zwei Jahre lang jeden Samstag die Schulbank drücken. Das war eine ganz schöne Umstellung.“ Auch die Abschlussprüfung war „nicht ohne“. Unterricht und Examen werden in enger Kooperation mit dem Berufsfortbildungszentrum der Region gestaltet. Die Lehrer sind Fachkräfte von Scherdel oder Experten aus Industrie und Wirtschaft.

Das Pauken für die Meisterprüfung hat Seitz nie bereut, im Gegenteil: „Heute bin ich intensiver dabei in der Firma.“ Er leitet inzwischen ein Team mit sechs Mitarbeitern in der Abteilung „Bandfertigung  Schlauchfeder Friedau“ und wird immer wieder zu Spezialeinsätzen gerufen – zum Beispiel, als er vor einiger Zeit in Brasilien das neue Auslandswerk von Scherdel mit aufbaute.

Mobile Reserve für Sonderaufgaben

Auch Elisabeth Lang will den „Scherdel-Meister“ als Sprungbrett für ihre berufliche Laufbahn nutzen. Die  heute 24-Jährige absolvierte den Kurs bald nach ihrer Lehre als Industriemechanikerin und arbeitet jetzt im Prototypen-Bau. Nächste berufliche Station kann vielleicht sogar ein Auslandseinsatz sein. Ihre Erfahrung: „Mit mehr Wissen bleibt man beweglich und der Beruf macht dann noch mehr Spaß.“

Ebenso verfolgt das Unternehmen mit der Weiterbildung zum „Scherdel-Meister“ klare Ziele:  „Wir wollen guten Fachkräften Perspektiven bieten und zusätzlich eine Reservemannschaft für Auslandseinsätze schaffen“,  sagt Personal-Chefin Dagmar Zauner.

Denn die Firma ist in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen, auch international. Zauner: „Für die großen Anforderungen auf dem globalisierten Markt reicht eine Grundausbildung oft nicht mehr aus.“

Um das Wissen der Mitarbeiter auf den neuesten Stand zu bringen, wurde bei Scherdel in diesem Jahr sogar eine  eigene „Scherdel-Akademie“ gegründet. Der Leiter, Gerald Preiss, erläutert: „Die Schwerpunkte der Schulungen werden nach Bedarf der Fachabteilungen zusammengestellt.“ 80 Einzelkurse waren es bereits 2007.

Was an Zielen in Mitarbeitergesprächen vereinbart wurde, können Beschäftigte an der Akademie als Kurse belegen. Das Prinzip: Die Mitarbeiter lernen in ihrer Freizeit, die Firma zahlt.

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