Tipps zu einem heiklen Thema

Private Web-Accounts: Kommt da im Notfall jemand dran?

Plötzlich liegt man im Krankenhaus. Aber Rechnungen laufen weiter im Mailfach auf, Online-Bestellungen werden bestätigt, Ebay-Auktionen enden... Was tun, damit auch im Notfall nichts anbrennt? Eine Expertin gibt Tipps.

Den findet so schnell keiner: Ein USB-Stick lässt sich gut in einem ausgelesenen Schmöker verstecken. Foto: Strassmeier

Den findet so schnell keiner: Ein USB-Stick lässt sich gut in einem ausgelesenen Schmöker verstecken. Foto: Strassmeier

Mainz. Schön ist die Vorstellung nicht – aber es kann passieren: Plötzlich liegt man auf der Intensivstation, ist wochenlang unfähig, sich um Alltagsgeschäfte zu kümmern. Andernorts geht das normale Leben trotzdem munter weiter, und das heißt: auch im Internet. Gut, wenn man da vorgesorgt hat!

Die meisten Menschen nutzen inzwischen alle möglichen Accounts, auf die sie oft mehrmals täglich zugreifen. Nun gibt es natürlich Wichtigeres als Amazon, Ebay oder Facebook, wenn der Partner oder das Kind auf der Intensivstation liegen. Aber womöglich hat derjenige gestern noch ein teures Computerspiel im Web bestellt und vorgestern einen Stapel CDs online verkauft. „Auch wenn man im Krankenhaus liegt, gilt das nicht als Entschuldigung, einen solchen Verkauf nicht fristgerecht zu beenden“, warnt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Als eine Art Erste Hilfe kann es schon dienen, wenn der Partner (oder ein anderer vertrauenswürdiger Mensch) das Passwort fürs zentrale E-Mail-Konto weiß. „Per E-Mail kommt ja jede Menge Geschäftsverkehr“, so Steinhöfel. Telefonrechnung, Post vom Energieversorger, Rechnungen vom Online-Shopping – darauf kann man dann auch im Notfall zeitnah reagieren.

Übers zentrale E-Mail-Konto lassen sich oft einige Passwörter zurücksetzen

Vor allem aber lassen sich über das E-Mail-Konto auch die Passwörter von vielen anderen Portalen zurücksetzen. Dafür klickt man dort auf Buttons wie „Passwort vergessen?“ und folgt dann den jeweiligen Anweisungen.

Zeitgenossen, die in alle ihre Online-Accounts sowieso immer eingeloggt bleiben, aber natürlich Laptop, Tablet und Smartphone mit Sicherheitssperren versehen haben, sollten im Notfall verraten können, wie man diese Sperren aufhebt. Wer sich jedes Mal neu in jeden Account einloggt, sollte die jeweiligen Passwörter übermitteln können. Expertin Steinhöfel rät dazu, für diesen Zweck eine Datei anzulegen.

Aber die wird dann nicht einfach irgendwo auf irgendeinem Computer abgelegt: „Diese Datei wird passwortgeschützt auf einem USB-Stick gespeichert, den man wiederum an einem sicheren Ort verstaut.“

Dann muss der oder die Liebste zum Beispiel nur noch wissen: Der USB-Stick für den Notfall liegt ganz hinten in der Socken-Schublade, Datei-Passwort: „$$Stoppersocken77“.

Eine Ausnahme gibt es da allerdings: das Bankkonto. Die Zugangsdaten dafür sollte man nie verraten oder irgendwo hinterlegen – das könnte am Ende extrem teuer werden.

Nicht nur deshalb ist es sinnvoll, dem Ehepartner (oder einem anderen Vertrauten) eine ganz normale Konto-Vollmacht zu erteilen; Kreditinstitute haben dafür eigene Vordrucke. Und ein Bevollmächtigter kann, wie der Bankenverband bestätigt, problemlos einen eigenen Zugang zur Onlineverwaltung des entsprechenden Bankkontos bekommmen.

 

 


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