Urteil

Pizza fertig – Küche brennt: Wer muss das bezahlen?

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In der Gebäudeversicherung haftet nur, wer einen Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht hat. Das stellten jetzt zwei Gerichte klar.

Ein Student in einer Wohngemeinschaft in Magdeburg schob um die Mittagszeit eine Tiefkühlpizza zum Aufbacken in den Ofen. Er stellte den Timer seines Handys auf zehn Minuten ein und verließ dann die Küche.

Doch schon kurz darauf bemerkte er einen beißenden Geruch und sah, dass die Küche lichterloh brannte. Schuld war das Ceranfeld, das er aus Versehen mit eingeschaltet hatte.

Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Am Gebäude entstand jedoch ein Sachschaden von 27.000 Euro. Diesen Betrag wollte die Gebäudeversicherung von dem Studenten erstattet haben.

Keine grobe Fahrlässigkeit

Die Versicherung war der Ansicht, dass er grob fahrlässig gehandelt habe, weil er den Herd unbeaufsichtigt betrieben und zudem gewusst habe, dass sich die Knöpfe leicht verdrehen.

Die Richter sahen das sowohl im Prozess vor dem Landgericht Magdeburg als auch in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht Naumburg anders: Sie stellten keine grobe Fahrlässigkeit fest. Der Student sei weder eingeschlafen, noch habe er das Haus verlassen (LG Magdeburg, 20.6.2013, 10 O 1770/13; OLG Naumburg, 11.11.2013, 6 U 21/13). Das Urteil ist rechtskräftig.

Eine Pizza im Ofen sei nicht zu vergleichen mit einem unbeaufsichtigt vor sich hin köchelnden Topf auf dem Herd, heißt es in dem Urteil. Und: Normalerweise gerate ein Ceranfeld nicht einfach so in Brand.


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