Neuer Internet-Bezahldienst der deutschen Banken

Paydirekt tritt gegen Paypal an – wo sind die Unterschiede?

Einkauf im Web: Fürs Bezahlen gibt’s einige Verfahren. Foto: iStock

Köln. Beim Online-Kauf setzen schon viele Kunden auf Zahlungsdienstleister – künftig vielleicht auch auf Paydirekt, das ganz neue Angebot der deutschen Banken, das jetzt gegen den Platzhirsch Paypal antritt.

Auf den ersten Blick versprechen alle dasselbe: sichere Abwicklung und schnellere Lieferung, weil der Shop sofort die Zahlungsbestätigung hat und das Bestellte absenden kann. Außerdem „Käuferschutz“, falls keine Ware ankommt. Und die Anbieter versprechen Schutz der sensiblen Bankdaten, denn der einzelne Webshop bekommt diese gar nicht zu sehen.

Allerdings arbeiten diese Dienstleister nach recht unterschiedlichen Systemen. Marktführer Paypal wickelt die Zahlung mit einer Art Treuhandkonto ab, über das das Geld des Kunden eingezogen und an den Shop weitergeleitet wird. Kreditkarten- oder Bankdaten bleiben bei Paypal.

Amazon Payments arbeitet nach demselben Prinzip und benutzt das Amazon-Kundenkonto für die Abwicklung. Bei beiden Anbietern steht im Kleingedruckten, dass sie Kundendaten etwa zum Einkaufsverhalten an viele andere Unternehmen weitergeben dürfen.

Ganz anders erledigt der Münchner Anbieter Sofortüberweisung die Zahlungen: Hier gibt es kein Treuhandkonto, sondern der Kunde nennt die PIN und TAN für seine Bankverbindung. Damit löst Sofortüberweisung dann eine Überweisung vom Konto des Kunden aus. Dies wird von Datenschützern kritisiert, weil man so einem Dritten direkten Zugang zum eigenen Bankkonto ermöglicht. Bislang hat es aber nach Angabe von Sofortüberweisung keine Missbrauchsfälle gegeben.

Neues System der deutschen Banken tritt gegen Paypal an – praktisch alle sind dabei

Noch mal anders funktionieren das Sparkassen-System Giropay sowie das neue Angebot Paydirekt, an dem sich über 90 Prozent aller deutschen Kreditinstitute beteiligen wollen. Beide Zahlungsdienstleister fallen unter das strenge deutsche Datenschutzrecht. Anders als bei Sofortüberweisung bezahlt man bei beiden Systemen immer direkt über die eigene Bank – gibt also PIN und TAN nicht aus der Hand. Bei Giropay schaltet man die Zahlung über das gewohnte Onlinebanking frei, bei Paydirekt dagegen braucht man nur Nutzernamen und Passwort (wie man es etwa von Paypal kennt).

Allerdings ist Paydirekt noch im Aufbau, es sind also noch nicht alle beteiligten Kreditinstitute angebunden. Auch bei den Shops gibt es noch jede Menge Lücken. Laut Paydirekt soll sich das aber im Lauf des Jahres verbessern, die Sparkassen beispielsweise sind nach eigenen Angaben ab Frühjahr 2016 dabei.


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