Lücken füllen per Smartphone

Park-Apps: So findet und vermietet man leichter einen Autostellplatz

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Wer in der Stadt mit dem Auto unterwegs ist, kennt das Problem: Freie Parkplätze sind selten oder kosten im Zweifelsfall viel Geld. Ampido schafft da Abhilfe, denn: Mit der App vermieten Privatleute ihre Stellplätze stunden-, tage- oder wochenweise. Zumindest theoretisch – wer nämlich einen Stellplatz vor einem Haus oder eine Garageneinfahrt selbst gemietet hat, benötigt dafür die Genehmigung seines Vermieters.

„Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in Paragraf 540, dass Untervermietung nur mit Zustimmung des Vermieters möglich ist“, sagt Michael Beuger, Rechtsanwalt für Immobilienrecht bei WBS Law in Köln. Gleiches gilt, wenn man seinen Tiefgaragenparkplatz vermieten möchte, beispielsweise weil das eigene Auto während der Urlaubszeit an einem Flughafen abgestellt ist – oder auch, weil man es abgeschafft hat, so schnell aber nicht aus dem Mietvertrag herauskommt.

Wie läuft die Bezahlung?

Hat man sich mit seinem Vermieter geeinigt, registriert man sich bei Ampido und gibt an, wann der Stellplatz frei ist. Dann können andere Autofahrer dort parken. Überschreiten sie aber die vorgegebene Zeit, kann der Besitzer abschleppen lassen – allerdings nur, wenn es ihm nicht gelingt, denjenigen zu erreichen, der da zu lange steht. Und: „Wer abschleppen lässt, muss in Vorkasse gehen“, weiß Beuger. „Die Kosten können jedoch als Schadenersatz ersetzt werden.“

Wie hoch die Miete für den so geschaffenen Parkplatz ist, das überlässt Ampido jedem Vermieter selbst. Wer sein Auto dort kostenpflichtig abstellt, zahlt über die App. Von dort wird das Geld auf das Konto des Vermieters überwiesen. Niemand sollte allerdings denken, er könnte auch seine Grundstückseinfahrt vermieten: „Man kann nur vermieten, was einem selbst gehört oder woran man selbst Rechte hat. Öffentlichen Verkehrsraum kann man nicht vermieten“, sagt Beuger. Und: „Vor Grundstücksein- und -ausfahrten ist das Parken ohnehin verboten, selbst für den Grundstückseigentümer.“

Keine Kleingeldsuche mehr

Ampido ist nicht die einzige App, die Autofahrern das Leben leichter macht. Es gibt auch Apps, die am Parkscheinautomaten die lästige Suche nach Kleingeld ersparen. Diese Parkplätze erkennt man in der Regel an einem Aufkleber mit einem Handy und einer Nummer. Wer dort über das Handy bezahlen will, muss sich bei einer zertifizierten Betreiberfirma im Vorfeld registrieren. Von dort bekommt man eine Plakette, die ins Auto gehört.

Bei Parkbeginn und Ende ruft man die Nummer des Betreibers an und wird als Parkender registriert. Schließlich wird die entsprechende Zeit abgerechnet. Einige Anbieter ermöglichen den Meldeprozess auch per SMS. Kontrolliert das Ordnungsamt, wird aufgrund der Plakette im Auto geprüft, ob das Auto zum Parken angemeldet ist.

Wie man den richtigen Betreiber findet

  • Unter smartparking.de gibt es eine Übersicht der Betreiber sowie eine Auflistung der Städte, in denen sie aktiv sind. Was dann kommt, ist unangenehme Vergleichsarbeit, denn die Anbieter haben unterschiedliche Tarife.
  • Easy Park beispielsweise bietet Vielparkern seinen Dienst für 4,99 Euro im Monat an. Wer nur selten parkt, zahlt pro Parken 15 Prozent auf den Parkpreis.
  • Ein ähnliches Modell hat Traffic Pass: Hier zahlt man 19 Cent für gelegentliches Parken zusätzlich zur Parkgebühr.
  • Mobile City dagegen setzt voraus, dass man immer ein Prepaid-Guthaben von mindestens 5 Euro auf dem entsprechenden Konto hat. In einigen Städten fällt eine Transaktionsgebühr zusätzlich an, in der Regel 12 Cent für registrierte und 18 Cent für nicht-registrierte Kunden.

Noch mehr Apps

Zusätzlich gibt es auch noch Apps und Internetseiten, die versprechen, bei der Parkplatzsuche zu helfen. Wie gut oder schlecht sie sind, hängt wohl auch vom Ort ab, an dem sie benutzt werden. Da hilft nur der Selbsttest:
Parkopedia
ParkenApp2 (iPhone)
Parkpocket


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