Beim Erbrecht droht böse Überraschung

Oft im Ausland? Jetzt Testament ändern!

Wichtiges Thema: Das Testament richtig verfassen. Foto: Plainpicture

München. Viele Deutsche halten sich länger im Ausland auf: zur Rente auf Mallorca. Oder zum Arbeiten in Frankreich. Sie alle sollten jetzt ihr Testament prüfen.

Bisher nämlich hing es von der Staatsangehörigkeit ab, ob zum Beispiel deutsches oder spanisches Erbrecht zur Anwendung kommt. Ab 17. August greift die neue Europäische Erbrechtsverordnung – und dann ist der gewöhnliche Aufenthaltsort ausschlaggebend.

So kann es passieren, dass die Erbschaft eines Deutschen, der zuletzt die meiste Zeit in Frankreich verbracht hat, nach französischem Erbrecht geregelt wird. Und das kann gravierende Überraschungen und Nachteile bringen, denn ausländisches Recht weicht zum Teil erheblich vom deutschen ab.

Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht mit Sitz in München, erklärt: „Sogar bei Grenzgängern, die in Deutschland wohnen und im Ausland arbeiten, kann es Unklarheiten geben.“

Betroffen sind natürlich auch ausländische Staatsbürger, die in Deutschland wohnen.

Was tun? Ganz einfach: Es reicht ein zusätzlicher Satz im Testament. Darin muss stehen, dass für den Nachlass zum Beispiel das deutsche Erbrecht gelten soll, unabhängig vom letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort. „Wer von dieser Rechtswahlmöglichkeit Gebrauch macht“, so Experte Steiner, „ist auf der sicheren Seite.“


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