Wälle, Wanderer und Wacholder

Neue keltische Freilichtanlage: Der Berg Ipf im Ostalbkreis ist jetzt noch sehenswerter

Bopfingen. Erhaben thront der Ipf über der ehemaligen Reichsstadt Bopfingen und zieht schon von weitem alle Blicke auf den Berg am östlichen Rand der Schwäbischen Alb. Vom unbewaldeten Gipfelplateau aus bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Ostalb und das Nördlinger Ries – und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.

Schon vor 3.000 Jahren zog der frei stehende Tafelberg die Menschen an: Er versprach ihnen Schutz, den sie mit mächtigen Befestigungsanlagen verstärkten. Archäologen entlocken dem Ipf immer mehr seiner Geheimnisse, und vieles deutet darauf hin, dass hier um 600 vor Christus ein mächtiger Keltenfürst residierte. Bis zu sechs Meter hohe Schutzwälle und Gräben umgaben die keltische Burg, die Anlagen sind noch heute mit bloßem Auge an den von Wacholderheiden bedeckten Hängen zu erkennen.

Eine keltische Freilichtanlage, die im September eröffnet wurde, hilft der Fantasie auf die Sprünge. Unweit des Informationspavillons ließ die Stadt Bopfingen am östlichen Fuß des Ipfs das Teilstück einer begehbaren Wehrmauer und ein Herrenhaus errichten, das im Rohbau steht.

Die Bauten orientieren sich an archäologischen Befunden und vermitteln einen Eindruck von der Größe der keltischen Anlage. Kleingebäude und eine Umzäunung sollen das Ensemble ergänzen. Ein sanft ansteigender Weg führt von hier hinauf aufs 668 Meter hohe Gipfelplateau, nur die letzten Meter sind etwas steiler. Im 200 Meter tiefer liegenden Bopfingen lohnt der Besuch der ehemaligen Synagoge Oberdorf, in der eine Gedenk- und Begegnungsstätte an die Geschichte der einst größten jüdischen Gemeinde Ostwürttembergs erinnert (ab November Winterpause).

Die Geologie und Geschichte des Bopfinger Raumes dokumentiert die Ausstellung im historischen Seelhaus, mit Schwerpunkten auf der Stadtgeschichte sowie auf den Kelten.

Hier beginnt auch ein archäologischer Rundweg für Wanderer und Radfahrer. Er führt zum Grabhügelfeld der befestigten Höhensiedlung sowie zur keltischen Viereckschanze bei Jagstheim – und natürlich zum Ipf. Manche Bopfinger, so heißt es, zieht es jeden Tag hinauf.

Mehr Informationen unter:
bopfingen.de
ostalbkreis.de


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