Das Smartphone wird zum Geldbeutel

Neue Banking-Apps machen das Geldsenden unter Freunden einfach

Der Kumpel hat den Kaffee ausgelegt, jetzt kramen alle nach Kleingeld – solche Szenen kann man sich sparen. Denn kleine Beträge können einfach per App überwiesen werden. Auch Volksbanken und Sparkassen bieten das an.

Geldtransfer unter Freunden: Per App geht’s fast so schnell wie auf unserem Symbolbild. Foto/Montage: Roth

Geldtransfer unter Freunden: Per App geht’s fast so schnell wie auf unserem Symbolbild. Foto/Montage: Roth

Berlin. Mit ein paar Freunden Pizza essen, ins Freibad gehen oder ins Kino: Oft ist es da einfacher, wenn erst mal einer für alle die Rechnung begleicht. Hinterher muss man nicht mehr mühsam von den anderen das Geld einsammeln – kleinere Beträge lassen sich inzwischen unter Bekannten einfach per Smartphone schicken!

Und wenn ein Freund dann doch mal vergisst, seinen Anteil auszugleichen, kann man den fälligen Betrag einfach via Handy bei ihm anfordern. Möglich machen das Banking-Apps mit neuen Funktionen zum Geldversenden und -empfangen, die die deutschen Kreditinstitute bereitstellen.

Das Prinzip: Handynummer des Geldempfängers in der Kontaktliste antippen, mit wenigen Klicks den fälligen Betrag senden, fertig. Das lästige Eintippen von langen Konto- oder Kreditkartendaten entfällt. Vorbild sind bekannte Messenger-Dienste wie Whatsapp: „Das Ganze sieht aus wie ein Chat“, erklärt Sarah Ochs vom IT-Dienstleister Fiducia, „man kann mit dem Geld gleich auch noch Fotos mitschicken – und sich zum Beispiel per Fingerabdruck einloggen.“

Fiducia hat für die Volks- und Raiffeisenbanken die App zum Geldversenden entwickelt. Allerdings müssen Sender und Empfänger „VR-Banking“ haben, damit es klappt.

Technisch gibt’s das alles schon länger, seit Jahren sind Apps von Anbietern wie „Lendstar“ oder „Cringle“ auf dem Markt. Doch erst die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen machen bargeldloses Bezahlen unter Freunden nun massentauglich. Jeweils etwa vier Millionen Menschen haben schon die VR-Banking-App oder Banking-Apps der Sparkassen auf dem Smartphone.

„Kwitt“ heißt die neue Anwendung der Sparkassen zum Geldversenden und -anfordern, die automatisch jedem App-Nutzer offensteht. Beträge bis 30 Euro können ohne Eingabe einer Transaktionsnummer (TAN) versendet werden – insgesamt aber höchstens 100 Euro täglich. Anders als bei den Volks- und Raiffeisenbanken genügt es, wenn der Absender Sparkassen-Kunde ist: Gesendet werden kann auf jedes deutsche Girokonto.

Auch „Paydirekt“ mischt da jetzt mit

Bankgeschäfte von unterwegs, also per Smartphone oder Tablet, wachsen generell rasant. Und im Kampf um junge Kunden rüsten auch die Privatbanken nach. Deren Online-Service „Paydirekt“ bietet seit Juli in seiner App auch die Funktion Geldsenden und -empfangen. Die bei Paydirekt registrierten Kunden teilnehmender Banken – Commerzbank, Comdirect, Deutsche Bank, Hypovereinsbank und Postbank – können das nutzen.

Bei Paydirekt können pro Transaktion bis zu 200 Euro verschickt werden. Allerdings wird es für Empfänger, die nicht dort registriert sind, dann doch kompliziert. Sie erhalten einen neunstelligen Code, müssen sich die Paydirekt-App runterladen und dann erst das Geld per Eingabe von Geldcode, Namen und Kontonummer (IBAN) annehmen.

Übrigens: Gratis ist der Spaß nicht immer. Einige Apps sind kostenpflichtig, und bei den Transaktionen werden je nach Bank Gebühren fällig.


Mehr zum Thema:

Die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie der EU sieht vor: Die Banken schaffen die Papier-TAN-Listen bis 2018 ab. Online-Banking-Kunden sollten sich daher schon mal mit den Alternativen vertraut machen. Hier gibt’s den Überblick.

Fast die Hälfte aller Deutschen will bald so gut wie immer auf Bargeld verzichten, so ein Studie des Digitalverbands Bitkom. Die Technik dafür steckt schon in vielen Giro- und Kreditkarten: ein Funkchip.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang