Freizeit in Bayern

Museen mal ganz anders

München/Nürnberg/Erlangen. Jetzt lassen sich sogar Außerirdische in Bayern nieder: In Nürnberg will der britische Maskenbildner Nick Maley ein Museum für Spezialeffekte, Fantasy- und Science-Fiction-Filme einrichten. Der Schöpfer von Meister Yoda aus „Krieg der Sterne“ plant, neben dem weisen Jedi-Krieger Original-Requisiten aus anderen Hollywood-Kassenschlagern wie „Alien“, „Harry Potter“ und „James Bond“ zu zeigen. Die Filmfiguren sollen als Hologramme zu den Besuchern sprechen und Tricks vom Dreh verraten.

Die Jeans kommt aus Buttenheim bei Bamberg

Bayerns Museen locken jedes Jahr rund 20 Millionen Besucher an. Viele haben mehr zu bieten als staubige Vitrinen. In insgesamt 1.350 Schauen können Bürger und Touristen ihr Wissen mehren. Allein 100 Ausstellungen beschäftigen sich mit Natur und Technik. Highlight ist das Deutsche Museum in München mit mehr als einer Million Gäste im Jahr.

Andernorts wird bayerische Geschichte lebendig. Zum Beispiel in Buttenheim. Auf die Jeans, die wir tagtäglich tragen, kommt allerdings fast niemand, wenn er an das Örtchen bei Bamberg denkt. Hier in Oberfranken verbrachte der Erfinder der blauen Nietenhose seine Kindheit. Das Geburtshaus von Levi Strauss erzählt vom Siegeszug der blauen Beinkleider. Es zeigt unter anderem die älteste Jeans von 1873, Modell „Nevada“. Die robuste Hose wurde in der gleichnamigen Wüste in Amerika gefunden, Goldgräber trugen sie einst.

Ein fliegender Teppich und eine berühmte Paprika

Einer weiteren „Persönlichkeit“ aus Bayern widmete Armin Krattenmacher in Ohlstadt ein Museum. Der Schreiner ist Pumuckl-Fan und richtete dem frechen Kobold aus dem Fernsehen eine Werkstatt wie bei Meister Eder ein. Dort haust der imaginäre kleine Kerl – zwischen Mini-Bettchen und einer Schiffschaukel, die wie in der TV-Serie quietscht.

Manche Museen machen sogar Unsichtbares greifbar. Im Luftmuseum in Amberg zeigt Künstler Wilhelm Koch kreativ gestaltete Stücke wie eine Luftdusche, einen fliegenden Teppich mit Fransen und eine Plastiktütenorgel.

Kuriose Einblicke garantiert auch die Industrie, etwa im neuen Siemens-Med-Museum in Erlangen. Es erzählt von Erfindern wie Werner von Siemens, der 1844 versuchte, die Zahnschmerzen seines Bruders mit Strom zu kurieren. Ebenfalls zu sehen: die erste Aufnahme eines Magnetresonanz-Tomografen von 1980 – eine Paprika! „Die Schote ist schön groß und bewegt sich nicht“, so die Entwickler. Auf das berühmte Gemüse folgte bald das erste Schnittbild eines Schädels, Aufnahmezeit: acht Minuten.

Beteiligen können sich Bürger an einer Ausstellung, die es noch gar nicht gibt: dem Museum der Bayerischen Geschichte. Es soll 2018 in Regensburg seine Pforten öffnen, genau zum 100. Geburtstag des Freistaats. Dafür werden noch Erinnerungsstücke aus alten Zeiten gesucht.


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