Tipp der Woche

Mal checken, was die wissen!


Ein genauer Blick lohnt sich: Veraltete Infos können Kredite teurer machen. Foto: Waldhaeusl

Datensätze der Auskunfteien sind oft nicht korrekt

Seit kurzem hat jeder Verbraucher ein Recht darauf: Auskunfteien wie die Schufa, Bürgel oder Creditreform müssen ihn auf Anfrage informieren, welche Daten sie von ihm erfasst haben. Kostenlos!

Im Behördendeutsch heißt die Auskunft über gespeicherte Bankverbindungen, Kredite oder Handy-Verträge „Datenübersicht nach Paragraf 34 Bundesdatenschutzgesetz“.

Und genau diese muss man auch verlangen: Bestellt man zum Beispiel einfach eine „Bonitätsauskunft“, muss man dafür oft bezahlen.

Viele Fehler

In der Regel muss man die Datenübersicht per Brief oder Fax anfordern und eine Kopie des Ausweises beilegen (die Kontaktdaten vieler Auskunfteien finden Sie jetzt unter: www.aktiv-online.info/schufa).

Kontrolle ist hier besser als Vertrauen. Immer wieder gerät vor allem die Schufa wegen falscher Datensätze in die Kritik. Die Schufa beteuert zwar: „Wir haben selbst ein Interesse daran, dass die Daten richtig und vollständig sind.“ Aber in einer Stichprobe der Stiftung Warentest waren nur bei zwei von drei Testpersonen alle Einträge korrekt, oft waren die Angaben veraltet. Eine Studie fürs Verbraucherschutzministerium kam 2009 zu ähnlichen Ergebnissen: „Die Fehlerquoten sind viel zu hoch“, schimpfte die zuständige Ministerin Ilse Aigner.

Dabei ist es wichtig, dass die Daten stimmen. Was gespeichert ist, dient als Grundlage für die Berechnung eines sogenannten Scores. Mit niedrigen Werten gilt man leicht als riskanter Kunde. Mögliche Folgen: Kredite werden teurer, das Versandhaus liefert nur noch gegen Vorkasse, der gewünschte Handy-Vertrag wird abgelehnt.

„Die Kredit-Entscheidung trifft aber der Kreditgeber – nicht wir“, betont Schufa-Sprecher Andreas Lehmann. „Und dabei spielt nicht nur das Schufa-Scoring eine Rolle, sondern beispielsweise auch Faktoren wie das Einkommen, die von der Schufa gar nicht erfasst werden.“

Rasche Korrektur

Dennoch gilt: Findet man falsche Angaben in der Datenübersicht, sollte man umgehend schriftlich reklamieren. Und Kopien von Unterlagen beifügen, die die eigene Darstellung belegen, zum Beispiel bei einem längst beendeten Handy-Vertrag.

„Wir halten dann Rücksprache mit unseren Vertragspartnern, nachweislich fehlerhafte Daten werden umgehend korrigiert beziehungsweise gelöscht“, verspricht Lehmann. „Innerhalb von maximal zwei Wochen sollte so eine Anfrage normalerweise bearbeitet sein.“ Solange die Sache nicht geklärt sei, blieben die Daten gesperrt und würden nicht mehr weitergegeben.

Seit Juli hat die Schufa zudem einen „Ombudsmann“ für strittige Fälle, den ehemaligen Verfassungsrichter Winfried Hassemer. „Seine Entscheidungen sind für uns bindend“, betont der Schufa-Sprecher.

Info: Das System der Versicherungen

Auch die Versicherungen sammeln Daten: in ihrem „Hinweis- und Informationssystem“, kurz HIS. Das soll helfen, das Schadensrisiko von einzelnen Kunden näher zu bestimmen und Fälle von Versicherungsbetrug aufzudecken.

Wer überprüfen möchte, ob und was über ihn gespeichert ist, schickt eine Anfrage nebst beidseitiger Kopie des Personalausweises an den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, HIS, Wilhelmstraße 43 G, 10117 Berlin.

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