Neue Flugmodelle

Luftbilder mit Drohnen kann jetzt jeder

Frankfurt/Bonn/Elmshorn. Sie sind der Renner auf dem Freizeitmarkt: ferngesteuerte Multicopter, im Volksmund auch Drohnen genannt. Nie war es so einfach, die Welt von oben zu sehen, sie zu fotografieren und zu filmen.

„Es etabliert sich ein ganz neuer Fotomarkt“, sagt Constanze Clauß, Geschäftsführerin von Prophoto, Tochtergesellschaft des Photoindustrie-Verbands in Frankfurt. „Die Möglichkeiten modernster Kameratechnik generieren den Hype – und machen ihn erst möglich“, betont sie.

Modellflug an sich ist nichts Neues. „Multicopter machen ihn nun aber massentauglich“, erklärt Christoph Bremer, Sprecher des Deutschen Modellflieger Verbands in Bonn. Im Vergleich zu kleinen Flugzeugen oder Helikoptern lassen sich Drohnen relativ leicht steuern. Das erfordert lediglich ein wenig Übung.

Freizeit-Piloten begeistert es, mal vom Garten aus das eigene Haus von oben zu filmen. Profi-Anwender wie Landwirte, Dachdecker, Denkmalpfleger oder Rettungskräfte nutzen Foto-Drohnen, um weite Distanzen zu überbrücken oder in schwer zugängliche Gebiete zu gelangen. Die Bilder landen bei vielen Modellen heute einfach auf dem Smartphone-Display.

Im Hobbybereich gibt es bereits ab 100 Euro Quadrocopter, also Flieger mit vier Propellern, mit integrierter HD-Kamera. Etwa zehn Minuten halten die Akkus. Hochwertigere Modelle sind ab 350 Euro zu haben.

Mini-Flieger mit GPS und WLAN folgt seinem Besitzer

Die technische Ausstattung ist üppig: GPS, Höhenkontrolle, Funksender. Auf Befehl kehren die Flieger zum Nutzer zurück, schlagen sogar Loopings. Dank spezieller Leuchten können sie auch bei Dunkelheit eingesetzt werden.

„Die Anzahl der Neuheiten hat sich bei uns innerhalb eines Jahres vervierfacht“, erläutert Jörg Schamuhn, Vorstand für Vertrieb und Marketing in der Europa-Zentrale von Horizon Hobby in Elmshorn. Die Firma gehört zu den weltweit größten ihrer Branche. Neben Fernsteuerungen und Modellhubschraubern produziert sie Quadrocopter.

„Der Umsatz mit der Sparte stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent“, sagt Schamuhn. „Sie macht bei uns heute die Hälfte des Wachstums aus.“ Der Hype werde sich 2015 fortsetzen, so der Experte.

Etwa mit der Selfie-Drohne für die Jackentasche. Im Sommer soll „Zano“ der Torquing Group aus England auf den Markt kommen. Das 55 Gramm leichte, handflächengroße Flugobjekt wird mit dem Smartphone gesteuert. Ausgestattet mit GPS, Infrarotsensoren und WLAN folgt es dem Besitzer. Das Modell „Nixie“ des gleichnamigen Start-up-Unternehmens aus den USA gibt es erst als Prototyp. Es wird wie eine Uhr am Handgelenk getragen. Der Werbefilm zeigt Extremsportler und Spaziergänger bei Selbstporträts – und sammelte in vier Monaten fast vier Millionen Klicks. Die Geschäftsidee hat auch Chip-Hersteller Intel überzeugt. Er sponsert die Entwicklungsarbeit.


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aktualisiert am 04.09.2017

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