Wie der Staat die Weiterbildung fördert

Lernen spart Steuern

Pauken mal anders: Was das Finanzamt von dieser Art der Fortbildung hält, bleibt abzuwarten. Foto: Fotolia

Trier. Lebenslanges Lernen hat oft seinen Preis. Eine mehrtägige Weiterbildung auswärts kann schnell einen vierstelligen Betrag kosten. Trost für die, die so etwas aus eigener Tasche zahlen: „Alle berufsfördernden Ausgaben können als Werbungskosten abgesetzt werden“, sagt Christian Rech, Steuerberater aus Trier.

„Das heißt: Die Kursgebühr, Ausgaben für Literatur oder Software, Fahrtkosten, Übernachtungskosten, auch eine Prüfungsgebühr können steuerlich geltend gemacht werden.“ Voraussetzung: Die Weiterbildung hat einen Bezug zum aktuellen oder einem künftigen Job.

Ist da zum Beispiel besseres Englisch nötig, kann man die Kosten geltend machen – egal, ob man günstig an einer Volkshochschule büffelt oder einen teuren Kurs im Ausland macht.

„Allerdings kann es immer Nachfragen vom Finanzamt geben“, warnt Rech. Was dann zähle, seien gute Argumente. Sei man zum Beispiel noch in der Probezeit oder das neue Wissen nur für ein zeitlich begrenztes Projekt nötig, sei es logisch, dass zunächst nicht viel investiert wird. „Und wenn der Arbeitgeber bescheinigt, dass der gewählte Kurs der richtige ist, hat man gute Karten.“

Lernt man in der Ferne dazu, wird das Finanzamt vermutlich einen genauen Blick ins Programm des Anbieters werfen wollen: „Steht dort mehr Freizeit und Tourismus als Unterricht, wird der Kurs nicht anerkannt werden“, so der Steuerexperte.

Eine Zweitausbildung, etwa ein Studium nach einer Lehre, ist normalerweise komplett absetzbar! „In diesen Fällen geht es um richtig viel Geld“, weiß Rech. Einen Grund für die zweite Ausbildung muss der Steuerzahler nicht anführen.

Im Prinzip gilt: Den Ausgaben müssen Einnahmen wie etwa der Lohn gegenüberstehen, damit man seine Kosten absetzen kann. Allerdings gibt es Ausnahmen. „Der Klassiker ist der Ehepartner, der in Elternzeit ist und sich nebenher weiterbildet“, sagt Rech. Die Kosten dafür kann man bei der (normalen) Zusammenveranlagung sofort absetzen. Bei einer Einzelveranlagung der Partner sorgen Weiterbildungskosten für einen Verlust, den man vortragen kann. Ähnlich ist das beim Studium nach einer Lehre: Auch hier kann man Werbungskosten ansammeln, die später die Steuer senken.


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Englisch wird immer wichtiger – auch in der Arbeitswelt, selbst in kleineren Betrieben. Welchen Umfang sollten die Sprachkenntnisse haben? Wie kann man diese am sinnvollsten verbessern und Weiterbildungen steuerlich absetzen?

Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

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