Riskante Darlehen

Kredit „ohne Schufa“? Finger weg!

Geld auszuleihen „ohne Schufa“, also ohne die übliche Bonitätskontrolle – dazu verlocken Annoncen, Webseiten und Spam-Mails. Eine Expertin warnt vor solchen Krediten und erklärt, warum sie so gefährlich sind.

Verlockung im Netz: Eine typische Webseite. Foto: Screenshot

Verlockung im Netz: Eine typische Webseite. Foto: Screenshot

Mainz. Mehr ausgeben, als man sich leisten kann – das macht das Internet einfach: Alle möglichen Anbieter locken da mit Kurzfristkrediten „ohne Schufa“. Das heißt: ohne die ganz normale Bonitätskontrolle der Banken. Also wegen der Weihnachtsgaben mal eben 500 Euro für ein paar Wochen leihen und dafür kaum 10 Euro Zinsen zahlen? Lieber nicht!

„Oft sind es unseriöse Unternehmen, die mit solchen ,Schufa-freien‘ Krediten locken“, warnt Sylvia Beckerle von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Darlehen seien häufig sehr teuer. Oft seien im Kleingedruckten zusätzliche Sondergebühren versteckt: Damit steige die Gefahr, nicht alles wie geplant zurückzahlen zu können. Dann würden womöglich noch teurere Folgeverträge angeboten …

Und so seien unerfahrene Kunden schon auf dem besten Weg in die Schuldenspirale. Die droht grundsätzlich, wenn man nicht mehr genügend Geld hat, um den Alltag zu finanzieren, also normale Rechnungen nicht mehr begleichen kann. „Solche Menschen benötigen keinen weiteren Kredit, sondern eine Schuldnerberatung“, betont die Expertin.

Wenn also die Hausbank kein Darlehen (mehr) genehmigt, sollte man das als Warnschuss verstehen – und prüfen, auf welche Ausgaben man ab sofort verzichten kann.

Im Notfall lieber Familie oder Freunde fragen

Für einen Notfall rät Beckerle: „Wer unbedingt Geld braucht und genau weiß, dass er es zurückzahlen kann, etwa weil im darauffolgenden Monat mehr als üblich hereinkommt – der sollte eher im Familien- oder Freundeskreis um Hilfe bitten.“ Aber nicht etwa, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht. „Die sollte man nie auf Pump kaufen“, sagt die Fachfrau, „dann lieber Selbstgemachtes verschenken – oder die eigene Zeit, also zum Beispiel einen Gutschein für Hilfsdienste.“


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