Leserfragen

Kredit-Gebühren: Wie bekommt man das Geld zurück?

Urteil gegen die Bank: Auch das Amtsgericht Schorndorf folgt der neuen Linie. Foto: MKir13

Daniela E. aus Dessau-Roßlau: Der Artikel „Kredit-Gebühren? Geld zurück!“ hat uns sehr interessiert, und wir wollten Hilfe in Anspruch nehmen. Wir haben auch den Kontakt zu der von Ihnen angegebenen Adresse gesucht, leider ohne Erfolg. Was können wir noch tun, um eine Reaktion zu erhalten?

Wolfgang S. aus Bad Kreuznach: Ich habe Ende 2011 ein Auto gekauft und dafür einen Kredit abgeschlossen für drei Jahre. Dafür musste ich eine Bearbeitungsgebühr von 280 Euro bezahlen. Kann ich die jetzt zurückfordern?

Helene K. aus Hüfingen: Leider bin ich ebenfalls ein Opfer der Bank geworden. Zwischenzeitlich habe ich eine Rechtsauskunft bei meiner Versicherung eingeholt. Die gab mir den Hinweis: Es wird demnächst ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs erwartet ...

AKTIV: Bearbeitungsgebühren für einen Kredit sind in sehr vielen Fällen nicht zulässig: Der Kunde bezahlt ja mit den Zinsen für das Darlehen. Und andere Leistungen, etwa die Prüfung der Kreditwürdigkeit, erbringt die Bank im eigenen Interesse.

So klar sehen es inzwischen schon ein halbes Dutzend Oberlandesgerichte. Das erwartete Urteil des Bundesgerichtshofs ist aber ausgeblieben: Die betroffene Sparkasse hat ihre Revision zurückgenommen, um eine höchstrichterliche Entscheidung zu vermeiden. Damit wurde das Urteil aus Dresden rechtskräftig, über das wir berichtet haben.

Kürzlich hat dann das Amtsgericht Schorndorf die Deutsche Bank dazu verurteilt, rund 3 500 Euro Immobilienkredit-Gebühren zurückzuzahlen (Aktenzeichen 2 C 388/12, noch nicht rechtskräftig).

Allgemein lässt sich nach Auskunft der Verbraucherzentralen sagen, dass Kredit-Gebühren jetzt in vielen Fällen mit Erfolg zurückgefordert werden können. Betroffene können dafür einen Musterbrief nutzen, den man sich aus dem Netz fischen kann: www.vz-nrw.de/bearbeitungsentgelte

„Nicht alle Banken erstatten die Bearbeitungsgebühren dann umgehend, aber einige schon“, weiß Niels Nauhauser, Experte fürs Thema bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Falls Ihr Kreditinstitut sich weigert, lassen Sie Ihren Fall von einer Verbraucherzentrale prüfen.“

Wer nicht auf eigene Faust handeln will, kann sich auch an die Schutzgemeinschaft für Bankkunden wenden. Sie sollte online (www.schuvoba.de) sowie werktags von 15 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 09122 - 630 87 93 erreichbar sein – wobei gut möglich ist, dass dort großer Andrang herrscht ...

Dass aber tatsächlich schon ein einziger Brief viel Geld zurückbringen kann, zeigt der Fall der eingangs erwähnten AKTIV-Leserin Helene K. – die uns inzwischen von ihrem Erfolg berichtet hat: „Ich habe an meine Hausbank den vorgeschlagenen Vorlagenbrief geschrieben und eine positive Nachricht erhalten. Die Bank hat den in Frage stehenden Betrag sofort zurücküberwiesen. Nochmals vielen Dank für Ihre tolle Hilfe!“


Artikelfunktionen


'' Zum Anfang