Urteil

Kratzer im Parkett: Mieter haftet für Schäden durch den Hund

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Da hat Bello Mist gemacht: Dicke Kratzer im Parkett beanstandete ein Wohnungseigentümer in Rheinland-Pfalz, als ein Hundebesitzer ausziehen wollte. Dessen Vierbeiner, ein Labrador, hatte den Holzboden mit seinen Krallen erheblich beschädigt.

Das Landgericht Koblenz entschied jetzt in zweiter Instanz: Verursacht ein Hund im Rahmen der artgerechten Haltung Schäden am Parkett, haftet der Mieter. Denn er muss im Rahmen seiner Obhutspflicht alles Zumutbare tun, um mögliche Schäden von den gemieteten Räumen abzuwenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Vermieter zuvor die Hundehaltung genehmigt hat.

In erster Instanz vor dem Amtsgericht Koblenz hatte der Mieter den Rechtsstreit um Hund und Holzboden zunächst gewonnen: Die Richter dort verneinten seine Haftung, da es sich um „artgerechte Begleitumstände“ gehandelt habe und die Kratzer „im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs entstanden“ seien, so die Begründung (Amtsgericht Koblenz, 20.12.2013, 162 C 939/13).

Scharren und Springen verboten

Wenn die Schäden im Parkett jedoch nicht mehr auf eine normale und artgerechte Fortbewegung des Tieres zurückzuführen seien, könne Anspruch auf Schadenersatz bestehen – da dies nicht mehr einer Abnutzung im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs der Wohnung entspricht. Etwa wenn der Hund an einer bestimmten Stelle scharrt, springt oder plötzlich stoppt. So habe der Fall hier aber nicht gelegen.

Das Landgericht Koblenz entschied in der Berufung nun zugunsten des Vermieters und hob das vorherige Urteil auf. Der Mieter hat nach Ansicht der Richter gegen die Obhutspflicht verstoßen. Er hätte die Mietsache schonend und pfleglich behandeln und zudem alles unterlassen müssen, was zu Schäden führen könnte.

Mieter muss für Kratzschutz sorgen

Zum Beispiel hätte er den Aufenthalt des Hundes auf einzelne Räume beschränken, die Krallen mit einem Kratzschutz (Hundesocken) versehen und den Parkettboden durch Teppiche schützen können (Landgericht Koblenz, 6.5.2014, 6 S 45/14).


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Haustiere sind sooo süß! Aber oft auch: teuer. Das vergessen viele Eltern, wenn sie den Kindern den heißen Wunsch nach einem Tier erfüllen möchten. AKTIV rechnet für Hund, Katze & Co. vor, was da alles so zusammenkommt.

aktualisiert am 07.11.2017

Haustiere müssen auch dann gut versorgt werden, wenn Frauchen und Herrchen mal alleine verreisen. Tierpensionen werden immer luxuriöser. Trotzdem sollte man ein paar Dinge beachten, damit sich Bello und Miezi dort wohlfühlen.

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